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Gehirnscan: Hoher Blutdruck führt zu Schädigungen und Verkleinerungen der Gehirnmasse (Foto: stock.xchng Image ID: 370098)
Gehirnscan: Hoher Blutdruck führt zu Schädigungen und Verkleinerungen der Gehirnmasse (Foto: stock.xchng Image ID: 370098)
Bluthochdruck kann Demenz auslösen

Wer unter einem zu hohen Blutdruck leidet, bekommt nicht nur Probleme mit seinem Herzen und den Blutgefäßen. Bluthochdruck schadet auch dem Gehirn und erhöht das Risiko für eine Demenz. Eine neue Studie sagt nun, dass bereits ein nur leicht erhöhter Blutdruck das menschliche Gehirn altern lässt. Und das könne zu Gedächtnisproblemen sowie zu Demenz und Alzheimer führen.

In der Untersuchung der University of California wurde bei 579 Personen im Durchschnittsalter von 39,2 Jahren das Gehirn gescannt. Dabei entdeckten die Ärzte, dass Menschen im Alter von 30 Jahren mit erhöhtem Blutdruck ein Gehirnprofil aufwiesen wie 40-Jährige, die einen ganz normalen Blutdruck hatten. Die Gehirne der Bluthochdruck-Patienten zeigten eine Verringerung des Gehirnvolumens sowie Schäden der Nerven und Gefäße. Diese Art von Schäden werden von Neurologen als typische Merkmale einer demenziellen Erkrankung bezeichnet. Was dazu führt, dass Bluthochdruck das Gehirn altern lassen kann, erklären Experten so: Der hohe Blutdruck versteift oder verhärtet die Gefäße. Und diese Gefäßveränderungen behindern die Blut- und Sauerstoffzufuhr zum Gehirn.

Dass diese Zusammenhänge zwischen einem hohen Blutdruck und Veränderungen des Gehirns bestehen, haben verschiedene Studie bereits gezeigt. Was in der jetzt veröffentlichten Studie allerdings neu ist, dass bereits eine relativ geringere Erhöhung des Blutdruckes ausreicht, um das Risiko für eine Demenz zu steigern. Den optimalen Wert geben medizinische Fachgesellschaften seit einiger Zeit mit 120/80 mmHg an. Ab 130/85  bis 139/89 mmHg wird er als "hoch normal". Ab 140/90 mmHg ist es dann Bluthochdruck. Und schon ab diesem Wert baut das Gehirn ab, egal wie alt der oder die Betroffene ist.

In einer Studie (veröffentlicht Anfang 2010) der Mayo Clinic hatte sich die Verbindung von Bluthochdruck und Demenz bei fast 1000 über 65-Jährigen gezeigt. Bluthochdruck erhöhte das Risiko für eine Störung der Gedächtnisleistung um 40%. Die Ärzte warnten davor, dass dadurch auch das Risiko für eine Demenz gesteigert werde. Dass eine Behandlung des Bluthochdruckes auch das Auftreten von Demenz beeinflusst, hat schon vor Jahren ein Studie (Syst-Eur-Study Extension, Archives of Internal Medicine 2002) belegt. Die Betroffenen wurden vier Jahre beobachtet und eine Gruppe davon gegen Blutdruck behandelt. Bei den Behandelten war das Auftreten von Demenzen auf die Hälfte reduziert.

Die Deutsche Hochdruckliga gibt dazu zu bedenken, dass die Wahrscheinlichkeit, ob es bei Hypertonien zu Gedächtnisverlusten kommt, allerdings von einer Vielzahl von Risikofaktoren beeinflusst werde. Die Liga nennt bereits vorliegende Gefäßschädigungen im Gehirn, übermäßigen Alkohol- und Zigarettenkonsum sowie falsche Ernährung. Ein überhöhter Blutdruck sollte nicht nur durch Medikamente, sondern auch durch Abbau von Übergewicht, mehr Bewegung und Verminderung der Stressbelastung normalisiert werden.

Berliner Ärzteblatt 07.11.2012/ Quelle: The Lancet Neurology, doi:10.1016/S1474-4422(12)70241-7

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