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Depressionen lassen schneller altern

Menschen mit Depressionen altern schneller. Studien belegen, dass Depressionen offensichtlich den Alterungsprozess unserer Zellen beschleunigen. Wissenschaftler machen das an der Fähigkeit der Zellen fest, sich zu erneuern. Je kürzer bestimmte Anhängsel der Zelle sind, desto weiter ist die Alterung fortgeschritten.

Zellen haben eine bestimmte Lebensdauer. Und damit auch eine beschränkte Fähigkeit, sich zu teilen und damit zu erneuern. Bei jeder Zellteilung passieren dabei zwei wesentliche Dinge: Zum einen geht jedes Mal ein Stück Erbgut verloren und zum anderen werden die Enden der Zellen - die sogenannten Telomere - immer kürzer. An der Länge der verbleibenden Telomere können Ärzte nun den Alterungsprozess ablesen. Das bedeutet, dass die Länger der Telomere über die Alterung Aufschluss geben könenn.

Inzwischen haben Wissenschaftler bereits heraus gefunden, dass bei Depressionen die Gefahr wächst, zusätzlich eine andere chronische Erkrankung zu bekommen und, dass depressive Menschen möglicherweise kürzer leben. Wissenschaftler der Freien Universität von Amsterdam haben jetzt 1900 Menschen mit schweren Depressionen untersucht und deren Telomerlänge mit der von 500 Nichtdepressiven verglichen.

Dabei fanden sie bei Patienten mit Depressionen kürzere Telomere als bei den gesunden. Verkürzte Telomere sind eine Reaktion des Körpers auf den Stress, den eine Depression hervorruft, erklären das die Wissenschaftler. Was das allerdings an Lebensjahren bedeutet, das lässt sich so genau nicht sagen. In einer vor rund zwei Jahren durchgeführten Untersuchung an 18 depressiven und 17 gesunden Menschen wurde in der depressiven Gruppe eine Verkürzung festgestellt, die etwa sieben Jahren beschleunigter Zellalterung entsprach.

Eine Anfang 2013 von der Universität Birmingham veröffentlichte Studie mit 1067 depressiven Patienten im Aller von 37, 57 und 76 Jahren ergab, dass die Länger der Telomere mit dem Schweregrad der Depression abnahm, je schwerer die depressiven Symptome also waren, desto kürzer waren die Telomere. Besonders deutlich zeigte sich das bei jüngeren Patienten. Andere Studie sagen allerdings, dass je länger ein Mensch unter Depressionen leidet, desto kürzer die Telomere sind.

Einen Effekt beobachteten Wissenschaftler der Universität von Kalifornien in San Francisco. Depressive Patienten, die mit Antidepressiva behandelt wurden, zeigten eine ansteigende Aktivität des Enzyms Telomerase. Dieses wirkt der Verkürzung der Telomere entgegen. Bei gut behandelte Patienten nahm die Aktivität der Telomerase wieder zu. Während sich nicht nur neue Nervenzellen bildeten, verbesserte sich auch Depression.

Berliner Ärzteblatt 15.11.2013/ Quelle: UCSF, Psychosom Med. 2013, Molecular Psychiatry
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