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Süße Limonaden und Fruchtsäfte erhöhen die Gefahr für Depressionen (Foto: vms  / pixelio.de)
Süße Limonaden und Fruchtsäfte erhöhen die Gefahr für Depressionen (Foto: vms / pixelio.de)
Können auch Diät-Limonaden zu Depressionen führen?

Süße Erfrischungsgetränke und die Light-Versionen von Limonaden scheinen das Risiko zu erhöhen, an einer Depression zu erkranken. Eine Studie nährt zumindest den Verdacht, dass sich auch die mit Süßstoffen gesüßten Getränke auf die mentale Gesundheit auswirken. Dass Zucker depressiv machen kann, belegen mittlerweile einige Studien.

Der amerikanische Neurologe Dr. Honglei Chen hat 263.925 im Alter von 50 bis 71 Jahren über einen Zeitraum von zehn Jahren beobachtet. Dabei hat er erfasst, wie viel Limonade, Tee, Fruchtsäfte und Kaffee getrunken wurde. In dem Zeitraum wurden 11.311 Fälle von Depressionen fest gestellt. Menschen, die am Tag mehr als vier Dosen oder Gläser Limonade tranken, bekamen um 30% häufiger eine Depression als die, die keine Limonade tranken. Wer vier Dosen oder Gläser Fruchtsäfte zu sich nahm, hatte ein um 38% erhöhtes Risiko für eine psychische Erkrankung im Vergleich zu denen, die nie gesüßte Getränke tranken. Wer vier Tassen Kaffee - ungesüßt - am Tag trank, hatte dagegen ein um 10% geringeres Risiko als jemand, der nie Kaffee trank. Die Studienteilnehmer, die statt der mit Zucker gesüßten Limonade die Light- oder Diät-Versionen zu sich nahmen, waren häufiger an einer Depression erkrankt.

Laut Chen liegt nun der Schluss nahe, dass nur der Verzicht auf mit Zucker und auf mit Zuckerersatzstoffen gesüßten Getränken das Depressionsrisiko senken kann. Es gibt aber auch Kritik an dieser Studie. Experten bemängeln, dass die Behauptung, Süßungsmittel würden Depressionen verursachen, durch diese Ergebnisse nicht bewiesen seien. So sei fraglich, ob die Angaben der Studienteilnehmer den Realitäten entspreche und der tatsächliche Konsum möglicherweise viel höher liege. Außerdem würden Light-Produkte häufig von Patienten mit Diabetes und Fettsucht verwendet. Beides Erkrankungen die das Entstehen einer Depression hervorrufen können.

Dass Zucker und Depressionen miteinander zusammen hängen, hat der britische Psychiater Dr. Malcolm Peet bereits vor Jahren analysiert. Er fand heraus, dass ein hoher Verbrauch von Zucker das Risiko für Depressionen und Schizophrenie stark steigerte. Er erklärte das damit, dass Zucker die Aktivitäten eines Hormons (BDNF = brain-derived neurotrophic facto) unterdrückt, das für die Regeneration des Gehirns wichtig ist. Eine US-amerikanische Studie stellt den direkten Zusammenhang zwischen dem jährlichen Zuckerverbrauch und der Häufigkeit depressiver Erkrankungen her.

Dass auch für Süßstoffe wie Aspartam, Cyclamat und Saccharin derartige Nebenwirkungen bestehen, wird von den Herstellern bestritten. Sie verweisen auf ganz viele Studien, die die Unbedenklichkeit dieser Stoffe bestätigt hätten. Doch an diesen Behauptungen bestehen Zweifel, die die vorliegende Studie bestätigt.

Berliner Ärzteblatt 10.01.2013/ Quelle: American Academy of Neurology (www.aan.com), Psychology Today, Depression and Anxiety, British Journal of Psychiatry

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