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Psychische Störungen erhöhen die Wahrscheinlichkeit, an Herzproblemen oder Krebs zu erkranken (Foto: TK)
Psychische Störungen erhöhen die Wahrscheinlichkeit, an Herzproblemen oder Krebs zu erkranken (Foto: TK)
Angst und Depressionen verkürzen das Leben

Wer unter Ängsten und Depressionen leidet, muss mit einem kürzeren Leben rechnen. Selbst leichte psychische Störungen erhöhen das Sterberisiko. Die Ärzte ermittelten, dass psychische Erkrankungen nicht nur zu vermehrten Unfällen und Selbstmorden führt, sondern vor allem für eine Zunahme von Herz-Kreislauf- und Krebs-Erkrankungen sorgen.

Untersucht haben die Wissenschaftler 68.222 Engländer, im Alter von 35 Jahren und darüber, die zum Beginn der Studie keine Herz-Kreislauf- oder Krebserkrankungen hatten. In den 8,2 Jahren der Beobachtung starben insgesamt 8365 Menschen, davon 3382 an Herz-Kreislauf-Problemen, 2552 an Krebs und 386 an sogenannten externen Gründen, damit sind beispielsweise Unfälle und Selbstmorde gemeint. Die Studie enthüllte einen Zusammenhang zwischen verschiedenen Schweregraden mentaler Erkrankungen und einem erhöhten Risiko zu sterben.

Insgesamt erhöhten Ängste und Depressionen die Wahrscheinlichkeit eines früheren Ablebens um 21%. Dabei zeigte sich, dass das Risiko um so höher lag, je schwerer die psychische Erkrankung war. Es stellte sich aber auch heraus, dass selbst bei leichten Störungen, unter denen etwas ein Viertel der Befragten litt, das Sterberisiko schon erhöhte: um 16%. Was speziell die Herz-Kreislauf- und Krebs-Erkrankungen betraf, war auch hier ein Zusammenhang mit der schwere der psychischen Störung und der Risikosteigerung zu erkennen. Im Durchschnitt erhöhten mentale Erkrankungen das Risiko, durch einen Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben um 29% und durch eine Krebs-Erkrankung zu sterben um 41%.

Dass Depression auf das Herz schlagen und die Abwehrkräfte gegen Krebs lähmen, haben voran gegangene Untersuchungen bereits aufgezeigt. Doch hat bisher keine andere die Daten von so  vielen Teilnehmer ausgewertet, was die die Ergebnisse sicherer macht. Alle Studien können allerdings auch ein Erkenntnisproblem nicht ausräumen: Die Feststellung, dass psychische Störungen die besagten körperlichen Erkrankungen auslösen, ist aufgrund der Datenlage sehr naheliegend. Sie beweisen diesen Zusammenhang allerdings nicht. Es könnte auch sein, dass die psychischen Probleme als Folge oder Begleiterscheinung der körperlichen Erkrankung auftreten. Doch selbst wenn man diese Ursache-Wirkungs-Unsicherheit einbezieht, bleibt eines klar: Gegen Ängste und Depressionen sollte man - mit Hilfe - ankämpfen. Das macht das Leben nicht nur lebenswerter sonder verlängert es auch.

wanc 02.08.2012/ Quelle: BMJ 2012; 345 doi: 10.1136/bmj.e4933
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