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Schlafstörungen: Vorboten von Parkinson und Demenz

Wenn Menschen schlecht schlafen, weil Gewaltträume ihre Nachtruhe stören, dann kann das ein Anzeichen für entstehende Erkrankungen sein. Etwa 90% der Patienten mit der sogenannten Traum-Schlafverhaltensstörung IRBD (Idiopathic Rapid-Eye-Movement Sleep Behaviour Disorder) entwickeln innerhalb von 14 Jahren nach der Diagnose eine Lewy-Körper-Erkrankung - entweder ein Parkinson-Erkrankung oder die seltenere Lewy-Körper-Demenz.

Bei Gewaltträumen fühlen sich die Patienten verfolgt und schlagen im Schlaf auch um sich. In einer Studie wurden 44 IRBD-Patienten zwischen 1991 und 2003 untersucht. In dieser Zeit lag der Anteil der Patienten, die eine Lewy-Körper-Erkrankung entwickelten, zwischen 60 und 70%. Im Jahr 2005 wurden die Patienten dann noch einmal untersucht, dabei zeigte sich dann ein Ansteigen der Erkrankten auf fast 90%.

Von den 44 IRBD-Patienten sind jetzt 16 an der Parkinson-Krankheit erkrankt, weitere 14 an einer Lewy-Körper-Demenz und einer an Multisystematrophie, einer seltenen Variante der Parkinson-Krankheit. Fünf Studienteilnehmer zeigen Beeinträchtigung der Gehirnleistung, die als Vorstufe einer Demenz gelten.

Wie sehr die Schlafstörung auf Dauer das Gehirn beeinträchtigt, belegen die nackten Zahlen. Fünf Jahre nach der Diagnose der IRBD waren noch bei 65,2% der Patienten keine neurologische Erkrankung festgestellt worden, nach zehn Jahren war das nur noch bei 26,6% der Fall und nach 14 Jahren lediglich bei 7,5%.

Doch selbst bei den verbliebenen vier Patienten wurden Veränderungen im Gehirn entdeckt. Und zwar waren das Veränderungen, die auf eine beginnende Parkinson-Erkrankung hindeuten. Das Problem ist, dass die Behandlungsmöglichkeiten noch sehr begrenzt sind und eine Heilung unmöglich ist. Die Neurologen, die die Studie durchgeführt haben, raten dennoch dazu, IRBD-Patienten möglichst früh auf neurodegenerative Anzeichen zu untersuchen. Dann könne rechtzeitig eine Beratung und Unterstützung erfolgen. Allerdings warnen die Ärzte: "Für die Patienten kann der Umgang mit dem Wissen einer bevorstehenden schweren Erkrankung jedoch problematisch sein."


Berliner Ärzteblatt 03.06.2013/ Quelle: Lancet Neurol. 2013
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