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Die Ernährung beeinflusst das Gehirn

Wie wir uns ernähren, hat vielfältige Auswirkungen auf unsere Gesundheit. Jetzt haben Wissenschaftler nachgewiesen, dass die Zusammensetzung der Ernährung unser Gehirn direkt beeinflusst. Diese Erkenntnis kann man zur Behandlung von neurodegenerativer Erkrankungen nutzen. Für die Therapie von Epilepsiepatienten wird das schon seit Jahrzehnten genutzt. Nun sucht man nach Diätformen für die Behandlung des Morbus Alzheimer.

Wer sich um die Gesundheit seines Gehirns Gedanken macht, der muss sich auch um seine Ernährung kümmern. Denn zum Funktionieren benötigen unsere Gehirnzellen die richtigen Kraftstoffe. Dazu gehören Phosphor, Zink, Selen und Kalium. Als Brain-Food werden vor allem Birnen aber auch Brokkoli, Knoblauch, Erdbeeren, Spinat, Müsli, Rosinen, Fische, Soja und Äpfel bezeichnet. Allerdings benötigt das Gehirn auch Fett, das sich aufgrund der darin enthaltenen mehrfach ungesättigten Fettsäuren gerne aus Nüssen beziehen lässt. Der Nachteil: Das ist kalorienreiche Kost.

Kein Wunder also, dass Forscher vom Institut für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie der Universität zu Lübeck und des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein eine sogenannte ketogene Diät als schützend für das Gehirn postulieren. Diese Diät ist reich an Fett und arm an Kohlenhydraten und Proteinen ist. Unter einer ketogenen Diät ähnelt der Stoffwechsel aber teilweise dem im Hungerzustand. In beiden Fällen verbrennt der Körper Fett, das entweder aus der Diät oder aus körpereigenen Depots stammt. Dabei werden aus Fett sogenannte Ketonkörper.

Was passiert genau? Bei einer Kohlenhydrat-armen Ernährung wird der Fettstoffwechsel angekurbelt und die Fettverbrennung angeheizt. Das bedeutet, dass das Gehirn seine Energie nicht mehr aus Glukose - also Zucker - bezieht, sondern aus Fett. Beim Abbau von Fettsäuren produziert die Leber Ketonkörper, die dann die Basis für die Energiegewinnung durch die Gehirnzellen sind. Diesen Prozess nennen Mediziner Ketose.

Bei einer ketogenen Diät wirken die Ketonkörper auf die Entzündungszellen, Monozyten und Makrophagen im Gehirn ein. Dabei binden sich Ketonkörper an einen Rezeptor mit dem Namen HCA2, der sich auf Entzündungszellen befindet. Und damit verhindern sie den Untergang von Gehirnmasse.

Prof. Dr. Markus Schwaninger, der Leiter des Projektes, räumt aber ein, dass eine ketogene Diät so fettreich ist, dass sie schlecht schmeckt und bei Patienten meist unbeliebt ist. Die Lübecker Forscher haben entdeckt, dass auch Nikotinsäure genauso wie Ketonkörper durch HCA2 einen Untergang von Hirngewebe verhindern kann. Nikotinsäure wird bereits seit vielen Jahrzehnten zur Senkung des Cholesterinspiegels eingesetzt. Sie wollen eine „ketogene Diät in Tablettenform“ entwickeln. „Auch wenn Nikotinsäure nicht die Durchblutung des Gehirns steigert, hat es doch einen Effekt beim Schlaganfall und möglicherweise auch bei anderen neurologischen Erkrankungen“, sagt Schwaninger.

Berliner Ärzteblatt 22.05.2014/ Quelle: Nature

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