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Hoffnung auf eine Impfung gegen Alzheimer

Die Alzheimer-Krankheit lässt sich bisher nicht heilen. Betroffene erhalten Medikamente, die die Symptome und Begleiterkrankungen wie Depressionen oder psychotische Beeinträchtigungen kontrollieren sollen. Doch nun haben Wissenschaftler der medizinischen Fakultät der Universität Quebec, Kanada, ein Molekül gefunden, das eine präventive Impfung gegen Alzheimer verspricht.

Das Molekül, um das es sich handelt, nennt sich Monophosphoryl Lipoid A (MPL). MPL hat in Labortests nachgewiesen, dass es die Immunzellen des Gehirns aktiviert. Damit hilft es dem Gehirn sich gegen die giftigen Stoffe - sie werden Amyloid beta genannt - zu wehren, von denen es zerstört wird. Amyloid beta häuft sich im Gehirn an, verklumpt zu Plaques und verhindert so die Signalübertragung zwischen den Nervenzellen. Ohne Hilfe können die Abwehrkräfte (Mikrogliazellen) des Nervensystems die Plaques nicht auflösen.

Mit MLP kann das aber offensichtlich gelingen. In Versuchen haben wöchentliche Injektionen des Moleküls über einen Zeitraum von zwölf Wochen die Plaqueansammlung um bis zu 80% reduziert. Gleichzeitig stellten Wissenschaftler bei den behandelten Mäusen eine deutliche Verbesserung der geistigen Fähigkeiten fest.

Bis aus dieser Erkenntnis allerdings eine Impfung für den Menschen wird, wird es noch einige Zeit dauern. Allerdings hilft es, dass MPL als Wirkstoff bereits bekannt, getestet, zugelassen und auch eingesetzt wird. MPL dient als Zusatz bei Impfstoffen, beispielsweise bei der Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs. Es erhöht dort die Wirkung, in dem es das Immunsystem zusätzlich stärkt.

Berliner Ärzteblatt 17.01.2013/ Quelle: PNAS 2013

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