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Rauchen verschlimmert MS

Rauchen ist bei Multiple Sklerose (MS) ein großes Risiko. Denn bei Rauchern nimmt die Erkrankung einen schwereren Verlauf. Und sie schreitet auch schneller voran als bei Nichtrauchern. Selbst das Risiko, an MS zu erkranken, ist für Raucher erhöht.

Professor Ralf Gold, Mitglied im Vorstand des Ärztlichen Beirats der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG), warnt: „Der heiße Rauch und die Teerstoffe regen das Immunsystem der Lunge an und können auf diese Weise die Autoimmunität der MS verstärken“. Was das bedeutet? Rauchen erhöht nicht allein das Risiko für MS, es steigert auch die Schwere der Erkrankung und lässt sich schneller schlimmer werden. 



An der Universität von Nottingham wurden die Daten von 895 Patienten im Durchschnittsalter von durchschnittlich 49 Jahren ausgewertet. Viele litten bereits seit 17 Jahren und länger an der Immunerkrankung. Zum Zeitpunkt der Diagnose hatten 49% regelmäßig geraucht. Bei einem Vergleich mit MS-Patienten, die niemals geraucht hatten, hatte sich die Krankheit bei den Rauchern eindeutig schlimmer entwickelt: Auf einer Skala (EDSS), die den Schweregrad der Behinderung erfasst, lagen die Werte der Raucher um durchschnittlich 0,68 Punkte schlechter.



Durch das Rauchen wurde auch der Verlauf der Krankheit beschleunigt. Bei Rauchern ist es um 64% wahrscheinlicher, dass sie den Schweregrad 4 auf der bis 6 zählenden EDSS-Skala erreichen. Ein Zustand, bei dem man nicht mehr voll gehfähig ist. Das Risiko für den Schweregrad 6, ab dem man ohne Unterstützung nicht weiter als 100 Meter gehen kann, war für Raucher um 49% Prozent erhöht. Die  Forscher des Karolinska-Instituts stellten zudem fest, dass rauchende Frauen teilweise noch mehr gefährdet waren.



Zigaretten erhöhen aber auch das Risiko, an MS zu erkranken. Das betrifft vor allem Raucher, die bereits in jungen Jahren zum Glimmstängel greifen. Wer vor seinem 17. Lebensjahr mit dem Rauchen beginnt, erhöht sein Risiko für MS um mehr das 2,7-Fache, belegt eine Studie der US-amerikanischen Johns Hopkins University School of Medicine.


Wenn man dagegen mit dem Rauchen aufhört, dann schützt das sowohl Patienten, die vor dem Ausbruch der MS mit dem Rauchen aufgehört hatten, als auch denjenigen, die erst später auf Zigaretten verzichteten. Beide Patientengruppen hatten ein um etwa ein Drittel vermindertes Risiko, einen EDSS-Wert von 4 oder 6 zu erreichen, im Vergleich zu Patienten, denen es nicht gelang, das Rauchen zu stoppen.



Berliner Ärzteblatt 15.07.2013/ Quelle: Brain
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