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Panikstörung: Wie Gene Entstehung und Therapie beeinflussen

Panikattacke. Momente im Ausnahmezustand: Der Puls hämmert, das Herz rast, Atemnot, Todesangst. Warum Menschen eine Panikstörung entwickeln, hängt auch von seinen Genen ab, haben Psychiater jetzt heraus gefunden. Es geht sogar noch weiter: Eines der Risiko-Gene wirkt sich sogar den Erfolg der Therapie aus.

Wer häufiger von extremen Angstzuständen überwältigt wird, kann eine chronische Panikstörung entwickeln. Professor Andreas Reif von der Würzburger Universitätsklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik weiß, dass eise psychische Krankheit oft mit einer Angst vor großen, weiten Plätzen verbunden ist, der so genannten Agoraphobie. Das nimmt dann Ausmaße an, dass viele Erkrankte sich irgendwann nicht mehr aus dem Haus trauen – weil sie Angst haben, beim Autofahren oder in anderen Situationen eine Attacke zu erleben.

Reif erklärt die weitreichende Beteiligung der Gene am Entstehen der Krankheit: „Die Panikstörung mit Platzangst ist eine Erkrankung mit einer starken genetischen Komponente.“ Dabei geht es um ein Gen, das beim Enzym Monoamino-Oxidase A (MAOA) beteiligt ist. MOA spielt bei der Übertragung von Nervensignalen eine Rolle und beeinflusst das Verhalten von Menschen. Eine Variante des Gens erhöht die Aktivität von MAO – und begünstigt dadurch die Krankheit.



Bei 369 Panikpatienten haben Wissenschaftler die Wirkung des Risiko-Gens untersucht. Die Patienten wurden mit einer „Panik-Box“ konfrontiert – einer dunklen, engen Kammer, die Angstsymptome auslösen kann. In dieser Situation empfanden Teilnehmer mit der besagten Genvariante mehr Angst als Panik-Patienten ohne diese. Das offenbarte sich beispielsweise in deutlich höheren Herzschlagraten. Bei den Tests kam es zu insgesamt 34 Panikattacken; 33 davon betrafen die Patienten mit der Risiko-Variante.



Damit hörte die Einflussnahme des Risiko-Gens aber nicht auf. Es vermindert auch den Erfolg der Verhaltenstherapie: Die Patienten mit der Genvariante gewöhnten sich im Lauf der Therapie weniger an die Angstsituation, während die anderen Patienten besser damit umzugehen lernten. Vielleicht, so vermuten Wissenschaftler, liegt das daran, dass bei den Patienten mit und ohne die Risiko-Variante in Angstsituationen andere Gehirnregionen aktiviert werden.

Berliner Ärzteblatt 14.05.2013/ Quelle: Molecular Psychiatry, 2013
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