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Schützt Eisen im Blut vor Parkinson?

Wer bisherigen Erkenntnissen folgt, betrachtet erhöhte Eisenwerte als Risiko für das Entstehen von Parkinson. Doch neuen Untersuchungen zur Folge ist es ganz anders: Höhere Eisenwerte sollen demnach sogar das Risiko für eine Parkionsonerkrankung vermindern.

Wissenschafter der Ruhr-Universität Bochum meldeten 2009 stolz, dass sie Ferritin - das ist ein Eisen-Depot-Protein - in Nervenzellen des Gehirns nachgewiesen hatten. Für die Forscher war damit erwiesen, dass sich im Vorfeld einer Parkinsonerkrankung Eisen im Gehirn anhäuft. Die erhöhten Eisenmengen führen zu einem Absterben von Gehirnzellen und dem Voranschreiten von Parkinson. Es gibt einige weitere Studien, die ebenfalls erhöhte Ansammlungen von Eisen in den betroffenen Gehirnarealen von Parkinsonpatienten festgestellt haben.

Doch der Zusammenhang der Parkinsonerkrankung  mit Eisenwerten im Blut scheint so nicht zu stimmen. Eine Forschergruppe des Zentrums für Biomedizin der Europäischen Akademie Bozen (EURAC) hat nämlich neue und ganz andere Erkenntnisse gewonnen. „Unsere Studie zeigt erstmals, dass erhöhte Eisenwerte im Blut das Risiko, an Parkinson zu erkranken, verringern können und nicht - wie aufgrund der früheren Studien angenommen - ein Risikofaktor sind“, betont Irene Pichler vom EURAC.

Sie hat Daten von rund 22.000 gesunden Menschen und mehr als 20.000 Parkinsonpatienten ausgewertet. Tatsächlich haben Eisenwerte im Blut einen nachweisbaren Einfluss auf die Parkinsonerkrankung. Aber anstatt das Risiko für Parkinson zu erhöhen, sinkt es mit einem höheren Eisengehalt im Blut. Pichler sagt, dass je 10 µg (Mycrogramm) Eisen mehr pro Deziliter Blut das Erkrankungsrisiko um 3% abnimmt.

Das Ergebnis ist auf der Basis einer statistischen Berechnung zustande gekommen. Dabei hat man nicht den Einfluss der Eisenwerte im Blut selbst in Bezug zur Erkrankung gesetzt, sondern genetische Einflußgrößen, die die Bluteisenwerte beeinflussen. Das scheint ein wenig um die Ecke gedacht. Und Pichler will auch noch keine Empfehlungen geben, wie man die neuen Erkenntnisse in Therapien umsetzen kann. Jetzt will sie erst einmal die biologischen Mechanismen genau erforschen.

Berliner Ärzteblatt 12.06.2013/ Quelle: PLOS Medicine

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