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Neuer Wirkstoff macht Parkinson-Kranken Hoffnung

Die Substanz nennt sich Anle138b. Der kryptische Name verdeutlicht, dass es sich um einen Wirkstoff handelt, der noch erforscht wird. Doch die ersten Tests machen große Hoffnungen. Denn diese Substanz scheint das Fortschreiten der Parkinson-Krankheit tatsächlich aufzuhalten.

Die Parkinson-Krankheit zerstört das Gehirn schleichend. Langsam gehen die Nervenzellen zugrunde. Zunächst lagern sich nur wenige der gefährlichen Eiweiße (Synuclein-Proteine) im Gehirn ab, doch es werden immer mehr, die sich dann zu richtigen Verklumpungen zusammenballen. Die Klumpen nennen sich Oligomere, die auf die Nervenzellen giftig wirken. Wenn man Parkinson bei einem Patienten erkennt, ist es meist schon zu spät, weil dann bereits mehr als die Hälfte der Nervenzellen abgestorben sind. Wissenschaftler forschen daher an verbesserten Methoden zur Früherkennung der Krankheit. Medikamentös lässt sich dieses Krankheitsgeschehen bisher nicht behandeln.

Doch jetzt haben Wissenschaftler den Wirkstoff entwickelt, der die Ausdehnung der Proteinablagerungen und das Voranschreiten der Nervenzellschädigung verzögert und die krankheitsfreie Phase verlängert. Anle138b kann scheinbar direkt die Bildung von Verklumpungen unterbinden. Zumindest hat die Substanz in Tests an Mäusen diesen Effekt gehabt und zwar in einem bisher nicht erreichten Ausmaß, freuen sich die Wissenschaftler um Armin Giese von der LMU München.

Der Wirkstoff war in den eingesetzten Dosen sehr gut verträglich, kann mit der Nahrung verabreicht werden und passiert die Blut-Hirn-Schranke. Im Gehirn erreicht er hohe Wirkspiegel. Jedenfalls bisher nur bei Mäusen, doch Anle138b könnte sich auch beim Menschen als therapeutischer Wirkstoff eignen. Das muss jetzt in Studien getestet werden. Deshalb dürfte es noch einige Jahre dauern, bis ein Medikament mit Anle138b verfügbar ist.

Berliner Ärzteblatt 23.04.2013/ Quelle: Acta Neuropathologica

Weitere Informationen:
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