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Parkinson: Häufig treten Begleiterkrankungen auf

Morbus Parkinson kommt selten allein. Neurologen warnen, dass die Erkrankung im fortgeschrittenen Stadium vor allem von Demenz oder Depression aber auch von Leiden wie Verstopfung, exzessivem Schwitzen oder Harninkontinenz begleitet wird.

Wie häufig derartige Begleiterkrankungen auftreten, hat Prof. Dr. Heinz Reichmann (Universitätsklinikum Carl Gustav Carus der TU Dresden) in einer Untersuchung an 1.331 Parkinson-Patienten/-innen ermittelt. Rund 15% leiden zusätzlich an Demenz, 11% an Demenz und Depression und 9% an Demenz und einer Psychose. Mit Voranschreiten der Erkrankung sind laut Reichmann praktisch alle Parkinson-Patienten/-innen von Demenz betroffen.
Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Depression. Auf 40 bis 50% schätzt Reichmann den Anteil, die sowohl an Depressionen wie an Parkinson erkranken. Auch wenn es bei der Depression "meist in milder bis moderater Form“ sei.

Das Schlimme daran haben Befragungen der Betroffenen ans Licht gebracht: Der Verfall der geistigen Leistungskraft und die Depression verschlechtern die Lebensqualität oft mehr als die Bewegungsstörung selbst.  Meist hemmen diese beiden zusätzlichen Erkrankungen auch den Therapiefortschritt. Das gilt, wie Reichmann betont, auf weiten Strecken auch für andere Parkinson-Begleitsymptome wie Verstopfung, die bei 45% aller Parkinson-Patienten/-innen auftritt, Riechverlust (90%), Doppelt-Sehen (10%) oder Harninkontinenz (50%).

Wissenschaftler führen die Demenz bei Parkinson auf vornehmlich zwei Ursachen zurückzuführen. Zum einen auf Zytoplasma-Einschlüsse der Nervenzellen – die sogenannten „Lewy-Körperchen“ –  und zum anderem auf den Verlust bestimmter Nervenzellen auch im Nucleus basalis des Zentralnervensystems, die auf den Neurotransmitter Acetylcholin reagieren. Reichmann sagt, dass derzeit mit Rivastigmin in vielen Ländern Europas nur ein einziges Parkinson-Antidementivum zugelassen sei. Allerdings würden mittlerweile auch andere Substanzen getestet. So werde die Wirksamkeit von Cholinesterasehemmern bei Parkinsondemenz getestet. Studien hätte gezeigt, dass Donepezil eine gewisse Wirkung entfalte, Memantin dagegen nicht.

Die Ursachen für Depressionen bei Parkinson finden Wissenschaftler in einer Fehlfunktion von Signalfunktionen der Nervenzellen sowie des Stirnlappens und der Gehirnrinde. Depression bei Parkinson unterscheiden sich deutlich von anderen Formen. Reichmann beschreibt, dass sie sich hier bei jedem dritten Betroffenen vor den motorischen Symptomen der Krankheit bemerkbar macht, beispielsweise durch Verlust von Unternehmergeist und Selbstwertgefühl oder andere Frühsymptome. Später würden Panikattacken und Ängste auftreten. Zur Behandlung würden psychosoziale Unterstützung, Verhaltenstherapie, Psychotherapie, medikamentöse Therapie - überlegt werde der Einsatz von D3-Dopamin-Agonisten - sowie Elektrokrampftherapie.


Berliner Ärzteblatt 24.06.2013/ Quelle: Kongress der Europäischen Neurologengesellschaft, Barcelona
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