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Psychisch Kranke leben kürzer

Die Lebenserwartung von psychisch Kranken ist im Vergleich zu psychisch Gesunden kürzer. Jetzt hat eine Studie ermittelt, das sich der Unterschied in der Lebensdauer seit 1985 ständig vergrößert. Erstaunlicherweise ist das aber nicht auf psychische Erkrankung sondern viel mehr auf körperliche Probleme zurück zu führen.

Untersucht haben Wissenschaftler 292.585 Australier/innen in den Jahren 1985 bis 2007. In dieser Zeit starben 47.669 Menschen.  Die durchschnittliche Lebenserwartung erhöhte sich für Männer von 73,1 auf 79,1 und für Frauen von 79,3 auf 83,8 Jahre. Bei den Patienten/innen mit psychischen Erkrankungen war die Lebenserwartung wesentlich niedriger und der Unterschied wuchs über die Jahre an. So war die Lebensdauer von psychischen kranken Männern 1985 um rund 13 Jahre kürzer als die von der gesamten Bevölkerung. 2005 war sie um 15 Jahre kürzer. Bei Frauen lag der Unterschied 1985 bei 10 und 2005 bei 12 Jahren weniger.

Das sind die Durchschnittszahlen. Bei bestimmten Krankheitsbildern liegt die Verminderung der Lebensdauer weit höher. So beträgt sie z.B. bei Alkohol- oder Drogenmissbrauch heute  21,6 (1985: 20,4) Jahre, bei Schizophrenie 16,4 (1985: 14,5) Jahre, bei Psychosen 22,7 (1985: 14,8) Jahre, bei Depressionen 15,3 (1985: 12,4) Jahre und bei Stress 13,2 (1985: 7,3) Jahre.

Allerdings: Die Betroffenen sterben nicht direkt an der psychischen Erkrankung, sondern an physischen Problemen. Die Hauptgründe für ein frühes Dahinscheiden der psychiatrischen Patienten waren Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall (Männer: 26,2%, Frauen: 35,3%) und Krebs (Männer: 13,6 %, Frauen: 13,3%). Selbstmord war in 16,6% der Todesfälle bei Männern und 10,1% bei den Frauen verantwortlich.

Die Wissenschaftler schließen aus diesen Ergebnissen zum einen, dass die Diagnosenstellung und die Therapien für psychisch kranke Patienten noch längst nicht ausgereift sind und es international anerkannter Behandlungsstandards bedürfe. Zum anderen müssten die Zusammenhänge zwischen psychischen und physischen Erkrankungen noch viel stärker erforscht werden. Und schließlich müssten Ärzte von psychiatrischen Patienten noch viel mehr auf deren körperliche Gesundheit achten.


Berliner Ärzteblatt 21.05.2013/ Quelle: BMJ
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