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Extreme psychische Belastungen können zu Bluthochdruck führen

Außergewöhnliche seelische Belastungen wirken sich nicht nur auf die Psyche des Betroffenen aus. Wer bedrohliche Lebenssituationen erleiden muss und danach lange von ihnen verfolgt wird, kann auch mit ganz anderen Krankheiten reagieren: Viele bekommen beispielsweise Bluthochdruck.

Wer extrem bedrohliche Situationen durchleben muss, wer um sein Leben oder seine körperliche Unversehrtheit fürchten musste, war erheblichem seelischem und körperlichem Stress ausgesetzt. Ärzte nennen derartige Ereignisse, die ein Mensch erfahren musste, Traumatisierungen. Doch wenn die Erinnerung an ein solches tragisches Erlebnis - wie Naturkatastrophen, Krieg, Gewalterfahrungen, Diagnose einer lebensbedrohlichen Erkrankung oder Tod eines nahestehenden Menschen - die Betroffenen noch nach dem Trauma verfolgen oder Symptome erst nach Wochen, Monaten oder sogar Jahren auftreten, dann spricht man von einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS).

Dabei handelt es sich um eine psychische Erkrankung. Belastende Erinnerungen an das Trauma drängen sich in Bildern, Ängsten und ständig kreisenden Gedanken immer wieder auf und kehren zurück, ohne dass sich die Betroffenen dagegen wehren können. Bei manchen sind diese Erfahrungen, das furchtbare Erlebnis noch einmal durchzumachen so realistisch, als ob es in dem Augenblick erneut passiert. Das lässt das Empfinden ständiger Bedrohung aufkommen.

Ärzte haben nun fest gestellt, dass sich unter Bluthochdruck-Patienten mehr Menschen mit der Diagnose "Posttraumatische Belastungsstörung" finden als in der Allgemeinbevölkerung. In der Studie wurden 77 Bluthochdruck-Patienten untersucht. 10% litten unter einer vollständig ausgeprägten PTBS, was nach Aussage der Ärzte deutlich häufiger als in der Allgemeinbevölkerung ist. Weitere 12% hatten eine partielle PTBS.

Warum seelisch derartig stark belastete Menschen vermehrt auch unter Bluthochdruck leiden, versucht Dr. Elisabeth Balint vom Universitätsklinikum Ulm so erklären: "Wir gehen davon aus, dass bei einer Posttraumatischen Belastungsstörung die chronische Hyperaktivität des sympatischen Nervensystems eine mögliche Ursache für das häufige Auftreten von Bluothochdruck ist." Etwas anders ausgedrückt: Die immer wiederkehrende Konfrontation mit dem Traum führt zu Stress. Und zwar von Körper und Seele. Das kann zu Ängsten, Schlafstörungen, Reizbarkeit und Konzentrationsstörungen führen. Das kann aber auch die Organe belasten und beispielsweise Schmerzen auslösen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen negativ belasten oder eben Hypertonie auslösen.

Berliner Ärzteblatt 03.04.2013/ Quelle: Clin Res Cardiol 102, Suppl 1, 2013
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