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Aggressive Träume können auf das Entstehen von Parkinson hinweisen

Träume, die aus Aggression und Gewalt bestehen. Träume, die intensiv erlebt werden. Träume, die zum Schreien, Treten und Schlagen führen. Sind das Träume von aggressiven Menschen? Eigentlich nicht, sagen Neurologen. Vielmehr können in diesen Träumen die Vorboten für eine später auftretende Krankheit sein: einer neurodegenerativen Erkrankung. Damit werden Störungen des Gehirns bezeichnet, die sich in Krankheiten wie Morbus Parkinson äußern.

Menschen, die nachts im Schlaf sprechen, schreien, um sich schlagen oder treten, können damit auch den Partner verletzen. Sie sind dennoch nicht wirklich aggressiv, betont Professor Wolfgang Oertel, Direktor der Klinik für Neurologie an der Philipps Universität Marburg. Bei diesen Menschen liegt oft eine sogenannte Traum-Schlaf-Verhaltensstörung vor. Diese Traum-Schlafverhaltensstörung nennen Ärzte in der Kurzform RBD, was "Rapid Eye Movement Sleep Behavior Disorder" bedeutet, oder auch REM-Schlafverhaltensstörung.

Die DGN gibt folgende Informationen zur REM-Schlafverhaltensstörung: "Sie beginnt meist jenseits des 50. Lebensjahres. Über 87% der Betroffenen sind Männer. Sie tritt im REM-Schlaf und darum vor allem in der zweiten Nachthälfte auf. Bei der RBD ist die Muskelerschlaffung im Schlaf aufgehoben, gleichzeitig kommt es zu aggressiven, oft gewalttätigen Trauminhalten. Die Patienten erleben diese Träume regelrecht und führen zielgerichtete, typischerweise schlagende und tretende Bewegungen aus. Häufig kommt es während der Schlafstörung zu Selbst- oder Fremdverletzungen. Die Patienten haben zwar in der Regel kein Bewusstsein für ihre Bewegungen, berichten aber beispielsweise davon, dass sie geträumt haben, dass sie angegriffen wurden und sich zur Wehr setzen mussten. Oft attackieren sie aus dem Schlaf heraus den Bettpartner oder verletzen sich selbst durch einen Sturz aus dem Bett oder schlagen gegen die Bettkante."

Ausgelöst wird die RBD durch Veränderungen im Gehirn oder Medikamente wie trizyklische Antidepressiva. Sie kann ein Frühzeichen für ernste neurodegenerative Erkrankungen sein. Berichtet Oertel: „60 bis 70 Prozent der Patienten, die an dieser „REM-Schlafverhaltensstörung“ leiden, entwickeln nach 10 bis 30 Jahren Morbus Parkinson oder die seltenere neurodegenerative Erkrankung Multisystematrophie (MSA).“

Berliner Ärzteblatt 28.09.2012/ Quelle: Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN)

Weitere Informationen:
Schlafstörungen: Ursache können auch Nervenerkrankungen sein
Parkinson: Früher erkennen, gezielter behandeln

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