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Schlafstörungen: Ursache können auch Nervenerkrankungen sein

Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus können nicht nur psychische Ursachen haben, betonen Neurologen. Auch schwerwiegende Nervenerkrankungen wie Narkolepsie können dafür verantwortlich sein. Allerdings werden sie nur selten diagnostiziert.

„Für einen störungsfreien Schlaf-Wach-Rhythmus ist nicht nur Seelenfrieden nötig, sondern auch ein funktionierendes Gehirn. Neurologische Erkrankungen werden als Ursache von Schlafstörungen immer noch unterschätzt und unterdiagnostiziert“, betonte Prof. Dr. Claudio Bassetti (Universitätsklinik für Neurologie, Bern). „Ein besonderes Stiefkind im öffentlichen Bewusstsein ist die Schlafkrankheit oder Narkolepsie. Mehr Augenmerk verdient auch die sogenannte REM-Schlaf-Verhaltensstörung, die in vielen Fällen ein Vorbote für Morbus Parkinson ist. Das könnte bereits Jahre vor dem Auftreten erster Bewegungsstörungen ein Gegensteuern ermöglichen.“

Was Bassetti mit öffentlichem Bewußtsein genau meint, bleibt sein Geheimnis. Allerdings dürften damit Ärzte gemeint sein, die gemeinhin die Diagnosen für ihre Patienten stellen. Er gibt auch zu, dass beispielsweise Narkolepsie auch für Mediziner/-innen ein nach wie vor rätselhaftes Phänomen darstelle: Betroffene werden tagsüber von plötzlichen Attacken exzessiver Müdigkeit überfallen, in denen der Traumschlaf ins Wachbewusstsein eindringt. Beeinträchtigt sind aber nicht nur der Schlaf-Wach-Rhythmus, sondern auch Kognition, Motorik und emotionale Verarbeitung. So führen intensive Emotionen wie Lachen zu Stürzen, weil die Kontrolle über die Motorik verloren geht (Kataplexie).

Eine ebenfalls schwerwiegende Nervenerkrankung ist die REM-Schlaf-Verhaltensstörung (Schenk-Syndrom). Dabei verlieren die Betroffenen die sogenannte physiologische Paralyse, die bei gesunden Menschen für ein Erschlaffen der Muskulatur während des Traumschlafes sorgt und verhindert, dass sie die inneren Erlebnisse ihrer Träume körperlich ausdrücken. Geht diese Hemmung verloren, bewegen sich die Betroffenen in der REM-Phase, schreien, treten und schlagen um sich und verletzen sich selbst und ihre Partner/-innen. Der Verlust der physiologischen Bewegungshemmung im Traumschlaf entspringt einem Prozess im Gehirn, der unter anderem auch für Morbus Parkinson typisch ist. "Tatsächlich zeigt sich, dass bei vielen Parkinson-Patienten/-innen schon Jahre, bevor die ersten Bewegungsstörungen tagsüber sichtbar wurden, in der Nacht das Schenk-Syndrom aufgetreten ist“, berichtet Bassetti.

Schreie oder heftige Bewegungen im Schlaf können aber auch andere Ursachen haben. „Rund ein Drittel aller epileptischen Anfälle erfolgt im Schlaf, mit einem ganz ähnlichen Erscheinungsbild wie dem Schenk-Syndrom“, weiß Bassetti. „Das ist nicht einfach zu erkennen. Bei entsprechenden Symptomen sollte aber immer auch an Epilepsie gedacht werden, die dann mit einem Antiepileptikum gut zu therapieren ist.“

wanc 21.06.2012/ Quelle: Europäischer Neurologenkongress, ENS Abstract P 425
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