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Teufelskreis aus Stress und Schlaflosigkeit

Menschen, die unter Stress stehen, bleiben häufig schlaflos. Menschen, die Schlafstörungen haben, sind anfällig für Stress. Wer diesem Teufelskreis nicht entkommen kann, steuert schnell in eine depressive Störung.

Dass Schlaflosigkeit der Ausdruck von Überforderungen sein kann, davor warnen Neurologen Betroffene. Wer es nicht schafft, den Stress vor dem zu Bett gehen zu verarbeiten und damit zu überwinden, der wälzt sich nachts oft stundenlang im Bett, ohne die ersehnte Nachtruhe zu finden. Und diese Schlafprobleme sorgen dann wieder dafür, dass noch mehr Stress entsteht.

Wissenschaftler vermuten, dass chronischer Stress eine Störung im Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-System (HPA-System - beeinflusst den Energiehaushalt, den Blutsalzhaushalt, den Blutdruck und den Fettstoffwechsel) bewirkt. Warum das auf Dauer zu Schlafstörungen führen kann hängt mit einem Botenstoff zusammen, der sich BDNF -  Brain-derived neurotrophic factor - nennt. BDNF bezeichnen viele als Dünger des Gehirns, weil er die Bildung von Nervenzellen und der Verbindung miteinander anregt. BDNF wird beispielsweise auch gebildet, wenn wir unsere Muskeln bewegen.

Festgestellt wurde, dass bei Patienten mit Depressionen und Alzheimer geringe Mengen von BDNF im Blut aufzufinden sind. Und jetzt haben Wissenschaftler zusätzlich heraus gefunden, dass Stress die Produktion von BDNF behindert. Die von Stress hervor gerufene Schlaflosigkeit behindert zusätzlich die Abgabe von BDNF durch Drüsen in das Blut. Das heißt also: Das geringe Vorhandensein von BDNF hat im Endeffekt das Entstehen einer depressiven Störung zu Folge.

Psychiater können diese Erkenntnisse nutzen. In der Regel können sie das Protein BDNF als einen möglichen Indikator heranziehen, um von Stress ausgelöste psychiatrische Erkrankungen wie die Depression nachzuweisen: Patienten, die an stressassoziierten Depressionen leiden, weisen einen geringeren BDNF-Gehalt auf. Damit könnten sie auch den Erfolg einer Therapie messen, wenn nach der Verabreichung von Antidepressiva der BDNF-Spiegel ansteigt. Wenn. Weil Schlafstörungen zu einem tiefen BDNF-Spiegel führen, bewirkt eben nicht jede Behandlung mit Antidepressiva einen Anstieg von BDNF.

Weil bei andauernden Schlafstörungen verminderte BDNF ausgeschüttet wird, bleibt der Spiegel tief, auch wenn sich die depressiven Symptome im Lauf der Therapie verbessern. Schlafstörungen sind aber bei depressiven Patienten weit verbreitet und dauern oft auch bei einer Therapie mit Antidepressiva an. Deshalb, so die Wissenschaftler Prof. Anne Eckert und Prof. Edith Holsboer-Trachsler, sollten bei der Behandlung von Depressionen "Schlafstörung und eine Verbesserungen des Schlafs während einer Therapie unbedingt berücksichtigt werden". .

Berliner Ärzteblatt 21.03.2013/ Quelle:  Molecular Psychiatry

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