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Depressionen nach Schlaganfall: Unentdeckt und unbehandelt

Viele Schlaganfall-Patienten haben ein hohes Risiko für Depressionen. Jeder Dritte mit einem Schlaganfall bekommt in der Folge auch eine Depression. Doch die betreuenden Ärzte erkennen und behandeln das nicht. Die Langzeit-Erfahrung zeigt auch: Während Angst nach dem Schlaganfall mit der Zeit nachlässt, bleibt eine Depression bestehen, wenn sie unbehandelt bleibt.

Dr. Jennifer H. White, University of Newcastle, Australien, beobachtet, dass Depressionen und Angstzustände bei Schlaganfallpatienten oft  unerkannt und unbehandelt bleiben. Sie hat auch festgestellt, dass das Depressionsrisiko mit der Schwere des Behinderungsgrades durch den Schlaganfall und einer geringen Unterstützung durch Familie, Freunde und Bekannte wächst. Untersucht hat sie das bei 134 Schlaganfallpatienten, die sie ein Jahr lang regelmäßig zu ihrer körperlichen und seelischen Verfassung befragte. 

Während bereits durchgemachte Depressionen und der Ausschluss von sozialen Beziehungen das Entstehen von Depressionen wahrscheinlicher Macht, hat sie keine Anhaltspunkte für Maßnahmen gefunden, die eine Besserung der depressiven Verstimmung bewirken könnten. Zwar würden sich Angstzustände mit der Zeit auflösen, doch die Depression bliebe den Schlagafallpatienten als dauerhafte Belastung.

Ärzte sollten ihre Patienten mit Schlaganfall des langfristig beobachten und das soziale Umfeld mit einbeziehen. Außerdem sollten sie, wenn nötig, rechtzeitig Antidepressiva einsetzen.



Berliner Ärzteblatt 01.06.2011/ Quelle: Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN), ENS Abstract O277 Post-stroke depression and anxiety: a longitudinal cohort study


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