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Schwindel ist ein Alarmzeichen des Gehirns, dessen Gründe man durch einen Arzt abklären lassen sollte (Foto: Uschi dreiucker/ pixelio.de)
Schwindel ist ein Alarmzeichen des Gehirns, dessen Gründe man durch einen Arzt abklären lassen sollte (Foto: Uschi dreiucker/ pixelio.de)
Schwindel: Wenn sich plötzlich alles dreht

Schwindel gehört zu den zehn häufigsten Gründen für eine neurologische Untersuchung. Warum es jemandem schwindelig wird, kann das ganz viele unterschiedliche Ursachen haben: Er kann von Innenohr, Hirnstamm oder Kleinhirn ausgehen, aber auch psychischer Natur sein.

Schwindel, so erklären es Experten, ist eine Gleichgewichtsstörung und Ausdruck einer Irritation der Gleichgewichtsorgane. Es gibt Schwindel, der durch schnelle oder ungewohnte Bewegungen entsteht, z.B. bei schnellem Aufstehen oder Karussellfahren. Dieser Schwindel, der auch wieder verschwindet, ist meist völlig ungefährlich. Es gibt aber auch Schwindel, der seinen Ursprung in einer Erkrankung hat. Das ist häufig bei Durchblutungsstörungen, Erkrankungen des Gehirns, niedriger Blutzucker, Blutarmut oder Nebenwirkungen von Medikamenten der Fall.

Allerdings steckt laut Ärzten nur selten ein Tumor oder eine Multiple Sklerose dahinter. Im Alter führt Schwindel oft zu Stürzen. Weil Schwindel im Alter durch einen Schlaganfall hervor gerufen werden kann, sollte bei einem akuten Schwindelanfall der Notarzt gerufen werden.



Schwindel wird häufig falsch oder gar nicht diagnostiziert und therapiert. Vor allem werden oft überflüssige Röntgenaufnahmen der Halswirbelsäule sowie Computertomographien angefertigt und Heil- und Arzneimittel verschrieben, deren Wirkung fragwürdig ist. Dr. Joern Pomper vom Hertie-Institut für klinische Hirnforschung (HIH) und der Neurologischen Klinik des Universitätsklinikums Tübingen gibt aber zu, dass "gegenwärtig selbst bei optimaler Diagnostik rund ein Drittel der chronischen Schwindelbeschwerden nicht abschließend erklärt werden kann und ein weiteres Drittel zum heutigen Zeitpunkt nur unbefriedigend behandelbar ist".



Zuerst müsse der Arzt auf Basis eines ausführlichen Patientengespräches die Schwindelursachen klären. Gesucht werde zuerst nach den gravierenden Ursachen wie ein Schlaganfall, ein Tumor oder eine Multiple Sklerose. Weniger bedrohliche Erkrankungen sind ein akuter Ausfall eines Gleichgewichtsorgans, Migräne oder ein gutartiger Lagerungsschwindel. Im letzteren Fall sprechen Mediziner vom benignen paroxysmalen Lagerungsschwindel, kurz BPPV, der sehr gut behandelt werden kann. Dabei hilft beispielsweise eine spezielle Art der Krankengymnastik in Form von Lagerungsmanövern.

Exkurs: Forschung über Gleichgewicht und Raumwahrnehmung


Unter normalen Umständen berechnet das Gehirn wie wir selbst in Bezug auf unsere Umgebung gehen, sitzen, stehen oder liegen. Es verankert uns also in der Welt“, so Pomper. Damit das Gehirn das tun kann, ist es auf intakte sensorische Organe angewiesen: Allen voran das paarig angelegte Gleichgewichtsorgan. Es liefert Informationen über die Stellung und Bewegung des Kopfes. Kombiniert mit Informationen über die Stellung der einzelnen Gelenke des Körpers, aber auch über die Stellung der Augen, gelingt es dem Gehirn, die Bewegungen seiner selbst zu erkennen.
Für das Erkennen von Bewegungen der Umgebung, ist vor allem das Sehen und damit die Verarbeitung optischer Bewegungsreize notwendig. Gerade wenn die Unterscheidung zwischen eigener Bewegung und Bewegungen der Umgebung nicht mehr gelingt, man also nicht mehr weiß, ob man sich selbst oder ob sich die Umgebung bewegt, eine Situation, die man beim Beobachten eines fahrenden Zuges auf dem Nachbargleis erleben kann, kommt es zu Schwindel.
Nun werden jedoch optische Bewegungsreize auch durch eigene Bewegung hervorgerufen. Wie kann das Gehirn dann zwischen eigen und fremd unterscheiden? Indem es die Informationen aus dem Sehsystem mit Informationen aus dem Gleichgewichtsorgan und über die Stellung der Gelenke kombiniert. Und es steht eine weitere Informationsquelle über eigene Bewegungen zur Verfügung: Sogenannte Kopien der Bewegungsbefehle an die Muskulatur. Bewegt man sich selbst aktiv, so hat das Gehirn diese Bewegung hervorgebracht und verfügt folglich über dieses Wissen. Das kann benutzt werden, um eigene, das heißt selbst hervorgebrachte, Bewegungen zu erkennen.

Berliner Ärzteblatt 11.10.2013, Quelle: Hertie-Institut für klinische Hirnforschung, Universität Tübingen

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