Frauen
Männer
Allergien
Atmungsorgane
Augen, Ohren, Mund, Zähne
Diabetes, Stoffwechselkrankheiten
Haut
Herz-Kreislauf - Herzinfarkt, Schlaganfall
Infektionen, Immunsystem
Migräne, Kopf- und andere Schmerzen
Krebs
Leber, Magen, Darm, Niere, Schilddrüse
Rheuma, Rücken, Gelenke, Knochen
Psyche, Nerven, Gehirn, Suchtkrankheiten
Alternativ
Weitere Krankheiten
 
 

Auf Vorhofflimmern folgt oft eine Demenz

Vorhofflimmern gilt schon länger als Risikofaktor für das Entstehen einer Demenz. Vor allem auch deshalb, weil Vorhofflimmern zu Minderdurchblutungen des Gehirns (chronic cerebral hypoperfusion) und Schlaganfall führen kann. Beides sind Ursachen für Demenzen. Eine neue Untersuchung belegt nun, dass vor allem jüngere Herzpatienten umso gefährdeter sind, je länger sie unter Vorhofflimmern litten.

Beobachtet wurden am Erasmus Medizinischen Zenter in Rotterdam 6514 Menschen von 1989 bis 2010. Zu Beginn hatten 318 (4,9%) Vorhofflimmern, aber bei keinem wurde Demenz festgestellt. Vorhofflimmern bedeutet, dass die beiden Vorhöfe des Herzens nicht mehr im gleichen Rhythmus wie die beiden Herzkammern schlagen. Bemerkbar macht sich diese am häufigsten auftretende Herzryhthmusstörung durch Herzrasen und  -stolpern, Schwindel, Kurzatmigkeit, Schwäche und ein Engegefühl in der Brust. 

Am Ende der Studie wurde bei 994 Teilnehmern (15,3%) eine Demenz diagnostiziert. Bei denjenigen, die bereits unter Vorhofflimmern litten, war das Risiko um 33% erhöht, auch eine Demenz zu bekommen. Bei den 6196 Menschen, die zum Start der Untersuchung nicht an Vorhofflimmern erkrankt waren, entwickelten in dem Beobachtungszeitraum 723 (11,7%) diese Herzerkrankung und bei 932 (15%) wurden Anzeichen von Demenz festgestellt.

Je länger jemand an Vorhofflimmern litt - also je jünger der bei der Diagnose war - desto größer war sein Risiko für die Demenzerkrankung. Deshalb war das Risiko bei Patienten bei denen Vorhofflimmern unterhalb des 67. Lebensjahres diagnostiziert worden war, im Durchschnitt um 81% höher, auch an Demenz zu erkranken. Bei denjenigen, bei denen Vorhofflimmern oberhalb des 67. Lebensjahres diagnostiziert worden war, lag es im Durchschnitt dagegen nur bei 12%. 

Dass auf Vorhofflimmern oft eine Demenz folgt, hatten Datenauswertungen US-amerikanischer Ärzte bereits 2012 nahe gelegt. Demnach lag die Wahrscheinlichkeit, an Demenz zu erkranken, bei Patienten mit Vorhofflimmern um 30% höher als Menschen ohne Herzprobleme. Die Gefahr als Folge der Demenz in einem Pflegeheim zu landen, war bei Patienten mit Vorhofflimmern um 53% höher als Menschen ohne Herzprobleme.

22.09.2015/ Quelle: JAMA Neurol. 

Vorhofflimmern: Wenn das Herz den Rhythmus verliert

Vorhofflimmern: Störung des Herzrhythmus mit gefährlichen Folgen

Wer Übergewicht hat, bekommt eher Alzheimer

Wer gesund lebt, bekommt seltener Demenz

Warum Blutarmut für Demenz verantwortlich sein kann

 
Seite versenden  
Seite drucken