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Schmerzmittel bringt Kindern Asthma und Allergien

Im ersten Lebensjahr oder auch später im frühen Kindesalter gegebenes Paracetamol erhöht das Risiko für Asthma, allergischen Schnupfen und Ekzeme im Alter von sechs Jahren. Die Höhe des Risikos ist abhänging von der eingenommen Menge.

Als Teil der dritten Phase des Programms 'International Study of Asthma and Allergies in Childhood' (ISAAC) beantworteten Eltern oder Erziehungsberechtigte von sechs- bis siebenjährigen Kindern schriftliche Fragebögen zu Symptomen von Asthma, Bindehautentzündungen und Ekzemen wie auch zu mehreren möglichen Risikofaktoren. Dazu zählte der Gebrauch von Paracetamol zur Fiebersenkung im ersten Lebensjahr der Kinder sowie die Häufigkeit der Paracetamol-Gaben während der letzten 12 Monate. Mehr als 200 000 Kinder aus 73 Zentren in 31 Ländern wurden somit analysiert.

Professor Richard Beasley vom Medical Research Institute of New Zealand und Kollegen stellten fest, dass Paracetamol zur Fiebersenkung im ersten Lebensjahr das Risiko asthmatischer Symptome bei sechs- bis siebenjährigen Kindern einem um 46 Prozent erhöhte. Die Höhe des Risikos ist dosisabhängig: moderater Gebrauch erhöhte das Risiko um 61 Prozent, eine hohe Dosierung um mehr als das Dreifache. Paracetamol steigerte zudem das Risiko für schwere Asthmaanfälle um 22 bis 38 Prozent.

Bei im ersten Lebensjahr gegebenes Paracetamol nahm das Risiko eines allergischen Schnupfens um 48 Prozent zu, das eines Ekzems um 35 Prozent. Vergleichbar dem Asthma verstärkte in den vergangenen zwölf Monaten genommenes Paracetamol die Risiken für allergischen Schnupfen und Ekzeme in Abhängigkeit von der Dosierung. Moderate Verwendung erhöhte das Risiko von Ekzemen um 18 Prozent und das eines allergischen Schnupfens um 32 Prozent, bei häufigem Gebrauch jedoch wurde das Risiko für Ekzeme nahezu verdoppelt und das eines allergischen Schnupfens nahezu verdreifacht.

Obwohl die Wissenschaftler also feststellen: „Im ersten Lebensjahr und auch später im Kindesalter verabreichtes Paracetamol ist mit einem Risiko für Asthma, allergischen Schnupfen und Ekzemen im Alter von sechs bis sieben Jahren verknüpft. Wir weisen darauf hin, dass gegebenes Paracetamol ein Risikofaktor für die Entwicklung einer asthmatischen Erkrankung im Kindesalter sein könnte."

Dennoch wiegeln sie ab: „Wir betonen, dass die Ergebnisse ein Absetzen des Paracetamols in der Kindheit nicht begründen. Paracetamol bleibt das bevorzugte Medikament, um Schmerzen und Fieber bei Kindern zu lindern. Allerdings unterstützen die Ergebnisse die gegenwärtigen Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation WHO, die empfehlen, dass Paracetamol nicht routinemäßig verwendet werden, sondern nur für Kinder mit hohem Fieber (38,5 Grad Celsius oder höher) vorbehalten sein sollte. Der Grund, warum Paracetamol das bevorzugte Medikament zur Fiebersenkung bei Kindern wurde, bestand im Risiko eines Reye-Syndroms, einer seltenen, jedoch schwerwiegenden Komplikation bei kindlichen Behandlungen mit Aspirin. Internationale Richtlinien zu Asthma empfehlen, dass Paracetamol für asthmatische Kinder und Erwachsene gleichermaßen das bevorzugte Medikament zur Linderung von Schmerzen oder Fieber sein sollte. Paracetamol ist auf Grund des Risikos, dass Aspirin oder andere nichtsteroidale entzündungshemmende Medikamente (NSAIDs) wie Naproxen und Ibuprofen Asthma-Attacken auslösen können, das empfohlene Medikament für Asthmatiker."

Die Forscher betonten auch, dass die Langzeiteffekte häufigen Paracetamol-Gebrauchs noch untersucht werden müssten. Erstaunlich – bei einem Medikament, das so häufig eingenommen wird und das es schon so lange gibt.

WANC 22.09.08/ Quelle: Richard Beasley and others. Association between paracetamol use in infancy and childhood, and risk of asthma, rhinoconjunctivitis, and eczema in children aged 6–7 years: analysis from Phase Three of the ISAAC programme. Lancet 2008; 372: 1039

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