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Fleisch, Eier und Milch: Wichtig für die gesunde Entwicklung des Gehirns

Was haben Fleisch, Eier und Milchprodukte gemeinsam? Richtig, man findet in ihnen einen Stoff namens Asparagin. Das ist eine Aminosäure, die sich genau genommen 2-Amino-3-carbamoylpropansäure nennt. Wissenschafter an der Universität Montreal sind sich nun sicher, dass diese Aminosäure ganz wesentlich zur Gehirnentwicklung beiträgt.

Dr. Jacques Michaud sagt: "Die Körperzellen kommen ohne Asparagin aus, weil sie sich das, was sie benötigen, aus der Ernährung ziehen. Beim Gehirn ist das etwas anders, weil Asparagin nicht besonders gut über die Blut-Hirn-Schranke transportiert wird." Michaud hat entdeckt, dass das Gehirn aber auf Asparagin angewiesen ist, um sich normal zu entwickeln.

Er ist auf diesen Zusammenhang durch eine Tragödie gestoßen. Im Jahr 2009 starb in Quebec ein Kind im Alter von einem Jahr an einem seltenen Gendefekt. Der Junge war bereits das dritte Opfer in dieser Familie, das an dieser Krankheit verstarb. Der Gendefekt verhinderte, dass ein spezielles Enzym gebildet wurde, das Asparagin so aufspaltet, dass es den Nervenzellen im Gehirn ausreichend zur Verfügung steht.

Damit sich das Gehirn normal entwickeln kann, benötigt es eine bestimmte Menge Asparagin. Um diese zu gewährleisten, müssen Kindern eben Fleisch, Eier und Milchprodukte zu sich nehmen. Wie hoch die notwendige Menge, die man essen muss allerdings ist, das wissen die Wissenschaftler noch nicht. Sie arbeiten aber daran, ein Asparagin-Nahrungsergänzungsmittel zu entwickeln, das die notwendigen Mengen enthält.

Ob dieses Mittel Kindern mit dem Gendefekt helfen kann, ist ziemlich unsicher. Durch die Identifizierung des Genes können die Wissenschaftler aber feststellen, welche Kinder von der Krankheit betroffen sind.

Berliner Ärzteblatt 26.11.13, Quelle: EurekAlert

 
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