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Trotz guter Behandlung ihrer Diabetes bekommen Jugendliche häufig Folgeerkrankungen (Foto: Jerzy Sawluk / pixelio.de)
Trotz guter Behandlung ihrer Diabetes bekommen Jugendliche häufig Folgeerkrankungen (Foto: Jerzy Sawluk / pixelio.de)
Kinder mit Diabetes: Große Gefahr für Folgeschäden

Typ-2-Diabetes ist eine beängstigend schnell wachsende Volkskrankheit. Das bestätigen Zahlen des Deutschen Diabetes-Zentrums (DDZ): Gibt es weltweit derzeit rund 285 Mio. Diabetiker, sollen es in 20 Jahren fast 440 Mio. sein. Besonders stark nimmt die Erkrankung bei Kindern und Jugendlichen zu. Grund: Gerade diese Altersgruppen sind häufig zu dick, ernähren sich ungesund und bewegen sich zu wenig. Der Preis ist hoch. Denn je früher Typ-2-Diabetes entwickelt wird, desto größer ist das Risiko für nachfolgende Herz- und Nierenprobleme.

Dass Ty-2-Diabetes immer häufiger bei Kindern und Jugendlichen diagnostiziert wird, beunruhigt viele. Wie die Deutsche Diabetes Hilfe feststellt, handelt es sich dabei "fast ausnahmslos um sehr stark übergewichtige Personen, bei denen bereits die Eltern oder Großeltern an einem Typ-2-Diabetes litten".  Obwohl es keine exakten Zahlen darüber gibt, wie hoch das Risiko für Kinder und Jugendliche tatsächlich ist, an Diabetes zu erkranken und wie sehr es zugenommen hat, eines ist klar: Immer mehr Kinder und Jugendliche haben Übergewicht oder leiden unter Fettleibigkeit, die beide die Gefahr erhöhen, Diabetes zu bekommen.

Dass es aber oft nicht allein mit Diabetes getan ist, obwohl das für die Betroffenen schon schlimm genug ist, belegt nun eine Studie der Universität von Texas. Untersucht wurden 699 Heranwachsende im Alter von 10 bis 17 Jahren, bei denen seit mindestens zwei Jahren Typ-2-Diabetes diagnostiziert worden war. Diese Patienten wurden entweder mit Metformin behandelt, einem Medikament ersetzt Insulin und steigert die Aufnahmefähigkeit von Glukose (Zucker) durch die Körperzellen, was den Zucker im Blut sinken lässt. Oder mit Metformin plus Rosiglitazon - ein antidiabetischer Wirkstoff, der in Deutschland seit September 2010 nicht mehr vertrieben werden darf. Oder mit Metformin und einer tiefgreifenden Veränderung des ungesunden Lebensstils.

Zu Beginn der Untersuchung hatten 11,6% der jungen Diabetiker auch Bluthochdruck. Nach der mittleren Behandlungszeit von 3,9 Jahren litten 33,8% der Jugendlichen unter Hypertonie. An einer Mikroalbuminurie, damit wird das erhöhte Ausscheiden von Albumin mit dem Urin bezeichnet und gilt als Hinweis auf eine Nierenerkrankung, waren zu Beginn 6,3% erkrankt, beim Ende aber schon 16,6%.

Die Mediziner beunruhigt, dass die Jugendlichen trotz der Behandlung eigentlich immer kranker wurden. Und zwar ganz unabhängig von der Art der Therapie, also weder die Medikamente noch die intensive Aufklärung irgendetwas nutzte. So registriert die Studienleiterin Prof. Dr. Jane Lynch enttäuscht, dass Jungen wie Mädchen gleichermaßen Nierenerkrankungen entwickelten. Beim Bluthochdruck waren übergewichtige Jungen etwas mehr gefährdet. Vor allem sind Jugendliche viel gefährdeter für Diabetes-Folgeschäden wie Bluthochdruck oder Nierenerkrankungen wie Erwachsene. Das lässt schon sich an der Funktion der Beta-Zellen ablesen, die Insulin speichern und abgeben. Während die bei Jugendlichen jährlich zwischen 20 bis 35% an Wirkung verloren, waren es bei Erwachsenen zwischen 7 und 11%.

Es gibt Erklärungsversuche, warum Typ-2-Diabetes bei Jugendlichen offensichtlich so schwer behandelbar ist. So sagt Lynch, dass in der Pubertät jeder in gewisser Weise insulinresistent werde. Und wenn man insulinresistent sei, habe man Hunger. Und wenn man Diabetes habe, werde man auch sehr häufig durstig. Und alles das zusammen verleite einen dazu, schlechte Entscheidungen zu treffen. Was sie damit meint, ist, dass Jugendliche trotz aller Aufklärung in bestimmten Situationen dann doch zu Fast-Food, zuckerhaltigen Erfrischungsgetränken und anderer ungesunder Ernährung greifen.


Berliner Ärzteblatt 28.05.2013/ Quelle: Diabetes Care
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