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Bei übergewichtigen Frauen ist im Vergleich mit normalgewichtigen das Risiko für den Nachwuchs erhöht, an Epilepsie zu erkranken (Foto: Martin/ pixelio.de)
Bei übergewichtigen Frauen ist im Vergleich mit normalgewichtigen das Risiko für den Nachwuchs erhöht, an Epilepsie zu erkranken (Foto: Martin/ pixelio.de)
Übergewicht in und vor der Schwangerschaft: Epilepsiegefahr für Kind wächst

Übergewicht vor und während der Schwangerschaft birgt gesundheitliche Risiken für den Nachwuchs. In verschiedenen wissenschaftlichen Untersuchungen hat man bei Kindern stark übergewichtiger Mütter vermehrt Herzfehler, Neuralrohrfehlbildungen (z.B. offener Rücken), Gaumenspalte, Wasserkopf oder Anomalien der Gliedmaßen gefunden. Auch für Epilepsie gibt es einen Zusammenhang zwischen Adipositas der Mutter und Erkrankung bei dem Kind. Allerdings: Auch wenn das Risiko erhöht ist, bleibt die absolute Wahrscheinlichkeit gering.

Erkenntnisse, wie hoch die Gefahr von Kindern von vor oder in der Schwangerschaft schwer übergewichtigen Müttern tatsächlich ist, gibt es schon länger. Studien zeigen, dass übergewichtige Mütter häufiger übergewichtige Kinder bekommen, die zusätzlich oft noch Stoffwechselprobleme und Bluthochdruck sowie Diabetes haben. 

Bei normalgewichtigen Frauen liegt das Risiko für einen Tod des Kindes in seinem ersten Lebensjahr bei 0,24% ergeben Daten aus Schweden. Bei übergewichtigen erhöht es sich auf 0,3%, aber bei fettleibigen auf 0,58%. Die englische Universität Newcastle upon Tyne hat Zahlen ermittelt, dass durchschnittlich 2,2 von 1000 Kindern mit einem Herzfehler geboren werden. Bei adipösen Frauen sind es rund 2,7. Die Wahrscheinlichkeit für einen Neuralrohrdefekt liegt beim Nachwuchs normalgewichtiger Frauen bei 0,7 von 1000 Geburten, bei stark übergewichtigen Frauen dagegen etwa bei 1,3.

Kinder- und Frauenärzte aus Schweden und den USA haben jetzt untersucht, ob Adipositas vor und während der Schwangerschaft etwas mit dem Auftreten von Epilepsie bei den Neugeborenen zu tun hat. Dazu haben sie die Daten von 1.441.623 Geburten zwischen 1997 und 2011 ausgewertet. Von diesen Kindern wurden bei 7592 (0,5%) Epilepsie diagnostiziert, in einem einem Verhältnis von etwa 47% zu 53% Frauen zu Männern. Im Vergleich zu normalgewichtigen Frauen (BMI 18.5 bis unter 25) lag das Risiko für eine Epilepsie bei den Kindern bei leichtem Übergewicht (BMI 25 bis unter 30) um 11% höher, bei Übergewicht (BMI 30 bis unter 40) um 30% höher und bei Fettleibigkeit (BMI über 40) bei 82%. 

Die Auswertung ergab weitere Risikofaktoren für das Entstehen einer Epilepsie: Kinder mit einer Neugeborenenhypoglykämie (Unterzuckerung) hatten eine um 110% erhöhte Gefahr, mit respiratorischem Distresssyndrom (Atemnotsyndrom des Neugeborenen) um 143% und bei Neugeborenen-Gelbsucht (Neonatale Hyperbilirubinämie) um 47% erhöhte Gefahr.

Die Ärzte weisen darauf hin, dass das Epilepsierisiko bei Neugeborenen also abhängig von der Schwere des Übergewichtes ist - je mehr Übergewicht desto höher wird das Risiko. Gleichzeitig betonen sie aber auch, dass das Risiko für eine Erkrankung recht gering ist, weil die Anzahl der Erkrankten niedrig ist. 

cs 19.4.2017/ Quelle: JAMA Neurol.

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