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Jodmangel in der Schwangerschaft kann eine Fehl- oder Frühgeburt auslösen, sagen Ärzte (Foto: PhotoAlto.cs)
Jodmangel in der Schwangerschaft kann eine Fehl- oder Frühgeburt auslösen, sagen Ärzte (Foto: PhotoAlto.cs)
Ärzte warnen: Jodmangel in der Schwangerschaft ist eine Gefahr für Mutter und Kind

Jodmangel wird immer wieder als Gefahr für die Gesundheit dargestellt. Und dass ganz viele Deutsche darunter leiden - ca. 15 Mio. Ärzte warnen jetzt vor einem Jodmangel in der Schwangerschaft, der fatale Folgen haben könne: Mangele es an diesem Spurenelement, dann könne das eine Fehl- oder Frühgeburt auslösen. Beim Kind könne der Mangel Sprach- und Hörbeeinträchtigungen verursachen, die geistige Entwicklung verzögern und die Motorik einschränken. Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) sagt, dass durch eine Hormon-Messung im mütterlichen Blut in der frühen Schwangerschaft sich ein Jodmangel nachweisen und entsprechend behandeln lasse. Bezahlen müssen das die Frauen freilich selbst.

„Für eine normale Schilddrüsenfunktion benötigt eine werdende Mutter in der Frühphase der Schwangerschaft etwa 50 Prozent mehr an Schilddrüsenhormonen“, erklärt Prof. Dr. Dr. med. Dagmar Führer, Direktorin der Klinik für Endokrinologie und Stoffwechselerkrankungen am Universitätsklinikum Essen. Ärzte empfehlen Schwangeren, den Test bereits zu Beginn der Schwangerschaft durchführen zu lassen. Allerdings: Die Kassen kommen dafür nicht auf. Er wird als sogenannte individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) angeboten. Der Test kostet etwa 15 Euro. Der Igel-Monitor, eine Website auf dem der Medizinische Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen die Selbstzahlerleistungen auf Nützlichkeit bewertet, hat sich den Schilddrüsenfunktionstest noch nicht vorgenommen.

Der Schilddrüsenfunktionstest beruht auf einer Messung des sogenannten Thyreoidea-stimulierenden Hormons (TSH) im Blut. Ist dieser Wert erhöht, und werden zudem normale oder erniedrigte Werte des Schilddrüsenhormons Tetrajodthyronin (fT4) gemessen, ist dies ein Anzeichen für eine Unterfunktion der Drüse. Zu niedrige TSH-Werte weisen auf eine Schilddrüsenüberfunktion hin. „Die Investition in den Test ist in jedem Fall sinnvoll“, begründet Führer. „Sowohl eine Unter- als auch eine Überfunktion der Schilddrüse beeinflussen den Verlauf der Schwangerschaft und die Entwicklung des Kindes, beide können zu Komplikationen und Schäden führen“.

Ob man das als Geldschneiderei ansieht, muss jeder selbst entscheiden. Führer sagt nämlich auch, dass es während der Schwangerschaft bei etwa 0,4 Prozent aller Frauen zu einer ausgeprägten und bei 3 Prozent zu einer unterschwelligen Schilddrüsenunterfunktion kommt. Eine Überfunktion der Schilddrüse liege bei etwa 0,1 bis 0,4 Prozent der Schwangeren vor.
Wichtig sei es, schwangerschaftsbedingte Veränderungen der Schilddrüsenwerte von eigenständigen Schilddrüsenfehlfunktionen abzugrenzen. Neben Jodmangel könne auch eine gestörte, fehlgeleitete körpereigene Abwehr Ursache einer Schilddrüsenfehlfunktion sein. Besonders bei Frauen mit Autoimmunerkrankungen wie beispielsweise Typ-1-Diabetes, aber auch bei Frauen mit gehäuften Schilddrüsenerkrankungen in der Familie rät die Expertin, bereits vor der Schwangerschaft die Schilddrüsenfunktion zu kontrollieren. Nehme eine Frau bereits Schilddrüsenhormone ein, müsse die Dosis in der Schwangerschaft entsprechend angepasst werden. Wenn etwa unter der bisherigen Thyroxindosis eine normale Funktion vorliegt, so wird diese in der Regel um 30 Prozent erhöht.

Umstritten ist die Schilddrüsenuntersuchung  im Rahmen der „normalen“ Schwangerschaftsvorsorge schon lange. Bislan mauern die Krankenkassen, sie als GKV-Leistung anzuerkennen. Das hat seinen Grund, wie Prof. Dr. med. Dr. h. c. Helmut Schatz aus Bochumen zugibt: „Noch liegen keine ausreichenden Studienergebnisse vor, die zu einem einheitlichen Votum geführt haben.“ Gynäkologen und ihre endokrinologischen Kollegen befürworten aber nicht nur den Test, sondern raten schwangeren Frauen dazu, auf jeden Fall ausreichend Jod zu sich nehmen,  um eine Unterfunktion der Schilddrüse zu vermeiden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt bei Schwangerschaft eine tägliche Jodaufnahme von insgesamt 250 Mikrogramm pro Tag. Da in Deutschland die Verwendung von jodiertem Speisesalz üblich ist, sodass mit der Nahrung ungefähr 100 Mikrogramm Jod pro Tag aufgenommen werden, liegen die Empfehlungen der zusätzlichen Jodzufuhr durch Tabletten während der Schwangerschaft bei 150 Mikrogramm am Tag.

wanc 08.06.2012/ Quelle: Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE)
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