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Manchen Schwangeren ist während ihrer Schwangerschaft ständig schlecht. Und das vergeht auch erst mit der Entbindung. (Foto: Stock photo)
Manchen Schwangeren ist während ihrer Schwangerschaft ständig schlecht. Und das vergeht auch erst mit der Entbindung. (Foto: Stock photo)
Schwangerschaft: Übelkeit ohne Ende

Dass Schwangeren am Beginn ihrer Schwangerschaft manchmal übel wird, das gehört zur Normalität. Doch manchen ist ständig schlecht – manchmal bis zur Entbindung. Für die als „Hyperemesis gravidarum“ bezeichnete Störung gibt es mehrere Gründe. Vor allem aber ist sie nicht gefahrlos und muss behandelt werden.
 
Bei 80% der werdenden Mütter treten Übelkeit und gelegentliches Erbrechen zwischen der 4. und 10. Schwangerschaftswoche auf. Das ist ganz normal. Doch Harald Abele, Frauenarzt an der Universität Tübingen, weiß, dass etwa jede hundertste Schwangere nicht unter den normalen Begleitumständen einer Schwangerschaft leidet, sondern sich mehr als fünfmal pro Tag erbrechen muss. Frauenärzte nennen das "Hyperemesis gravidarum". Diese Störung bedarf einer ärztlichen Behandlung, weil sie in manchen Fällen nicht nur die ersten drei Monate der Schwangerschaft dauern, sondern erst mit der Entbindung vergehen.

Behandelt wird die Hyperemesis mit einer Umstellung der Ernährung, Medikamenten und psychologischer Betreuung. Es kommt in seltenen Fällen auch zu einer Einweisung ins Krankenhaus, weil eine Ernährung nur noch per Infusion möglich ist. Denn eine große Gefahr der Schwangerschaftsübelkeit ist der übermäßige Verlust von Flüssigkeit und lebenswichtigen Mineralstoffen, der auch dem Kind gefährlich werden kann. Abele sagt, dass auch alternative Behandlungsmethoden wie die Akupunktur bereits erfolgreich eingesetzt worden sind.

Warum eine Hyperemesis entsteht, darüber gibt es nur Vermutungen. Wahrscheinlich rufen Veränderungen der Hormonlage die Übelkeit hervor. Mögliche Übeltäter sind Geschlechts- und Schwangerschaftshormone oder Schilddrüsenhormone. Doch sicher ist, dass die Hormone nicht allein die Verantwortung tragen. So liegt bei manchen Frauen eine genetische Veranlagung vor, auch kann eine Infektion mit dem Magenkeim Helicobacter pylori zur Übelkeit beitragen und psychische Ursachen können ebenfalls nicht ausgeschlossen werden.

Von der ständigen Übelkeit ihrer Mütter bleiben die Kinder nicht unverschont. Meist kommen sie mit einem geringeren Geburtsgewicht zur Welt. Doch eine beruhigende Nachricht hält Abele bereit: Das Risiko für Fehlbildungen ist bei Babys von Hyperemesis-Patientinnen nicht erhöht. 



Berliner Ärzteblatt 07.03.2011/ Quelle: B. Böer et al.: Hyperemesis gravidarum. Geburtshilfe und Frauenheilkunde 2011; 71 (1): S. 26-37
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