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Sind Schwangere gestresst, leidet auch das Kind darunter

Schwangerschaft und Stress, das ist keine gute Kombination. Werden Schwangere starkem Stress ausgesetzt, kann sich das nämlich negativ auf die Entwicklung des Babys auswirken. Die gesundheitlichen Nebenwirkungen können für das betroffene Kind sogar bis ins Erwachsenenalter begleiten.
 
Wie sich ein Mensch entwickelt, das kann sich schon im Bauch der Mutter entscheiden. Denn es gibt Einflüsse von außen, die auf den Embryo einwirken. Dazu gehört auch Stress in der Schwangerschaft. Dr. Marion Tegethoff und Dr. Gunther Meinlschmidt von der Fakultät für Psychologie der Universität Basel haben bei Kindern von Müttern, die während der Schwangerschaft unter Berufsstress litten, heraus gefunden, dass deren Gesundheit nachhaltig beeinflusst wurde. Im Vergleich zu Kindern von Schwangeren ohne Berufsstress, litten sie viel häufiger an Erkrankungen der Atmungsorgane, der Haut, von Herz und Kreislauf sowie des Verdauungssystems und an Diabetes. War die Mutter während der Schwangerschaft manchmal ängstlich oder niedergeschlagen, bliebt die Gesundheit des Kindes davon unbeeinflusst.

Ein anderes Team von Forschern hat nun herausgefunden, wie lange und intensiv Stress auf den Fötus wirkt. Die Telomere von jungen Erwachsene, deren Mütter während der Schwangerschaft erheblichem Stress ausgesetzt waren, waren bedeutend kürzer als die von Gleichaltrigen mit ungestressten Müttern. Die Länge von Telomeren, das sind die Enden der Chromosome, lassen Schlüsse auf das Alter und die verbleibende Lebensdauer von Zellen zu.

Berliner Ärzteblatt 09.08.2011/ Quelle: Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS), Environmental Health Perspectives, doi: 10.1289/ehp.1003253
 
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