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Senioren: Häufig werden die Medikamente vergessen
Ältere Patienten: Bessere Informationen zur Therapie notwendig

Mit fortschreitendem Alter sinkt die Zahl der Patienten, die ihre Medikamente korrekt einnehmen zusehends, so das Ergebnis einer Untersuchung von Professor Thorsten Doering von der Abteilung Allgemeinmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover.

Hinzu kommt, dass ärztliche Empfehlungen oft nicht verstanden und Nebenwirkungen befürchtet werden. Mit mangelnder Disziplin hat das nach Ansicht von Experten nichts zu tun. Die Gründe liegen häufig woanders. Da viele Patienten im Alter mehr Medikamente benötigen, wird es für sie immer schwieriger, die Einnahmeverordnungen der Ärzte zu befolgen. Auch wird nicht ausreichend über die Notwendigkeit des Medikamentes aufgeklärt. Insgesamt wird oft viel zu wenig über Diagnose und Therapie informiert. Dabei erfordern viele Therapien eine ausführliche Aufklärung und Schulung. Beispielsweise Diabetes: Nur wer die Zusammenhänge zwischen Ernährung und der Krankheit versteht, hat gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Behandlung.

Und übersehen werden zudem altersbedingte Schwächen wie mangelhafte Feinmotorik oder Vergeßlichkeit. So haben viele Senioren Probleme mit der Kindersicherung bei Medikamenten-Fläschchen, trauen sich aber nicht dies zuzugeben. Sehschwächen hindern dabei, die vorgeschriebene Anzahl verschriebener Tropfen richtig zu zählen. Versteifte Fingergelenke machen es im übrigen sehr schwer, eine Tablette aus einer Kunststofffolie herauszudrücken. Und da die Augenlinse im Alter zu einem Gelbstich neigt, fällt es älteren Menschen manchmal schwer, die Farben Blau und Grün zu unterscheiden, so dass die unterschiedlichen Medikamente nicht wahrgenommen werden.

Was ist zu tun? Ältere Patienten sollten keine Angst haben, ihre Arzt genau zu fragen und auf einer Aufklärung zu bestehen. Ärzte und Apotheker sollten genauer beobachten, ober der Patient den Therapieempfehlungen auch folgen kann. Manchmal ist auch Selbsthilfe angesagt. So läßt die Anzahl der Tropfen in einem leeren Joghurtbecher hören und so mitzählen. Tabletten können meist durch Druck mit einer Gabel in zwei Hälften geteilt werden.

WANC 05.03

Ärztliche Praxis

ABDA

 
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