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Bewegung gegen Knochenschund (Foto: DAK/Schläger)
Osteoporose: Richtig ernähren und viel bewegen

Osteoporose (Knochenschwund) geht nicht nur Frauen ab 50 an. Auch Männer und vor allen Dingen jüngere Menschen leiden zunehmend an porösen, brüchigen Knochen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat Osteoporose bereits in die Liste der zehn bedeutendsten Volkskrankheiten aufgenommen.

"Witwenbuckel" - so nennt der Volksmund etwas uncharmant den Rundrücken bei älteren Frauen. Ursache für die Wirbelsäulenkrümmung ist meist steoporose. Hauptsächlich Frauen nach den Wechseljahren sind vom Knochenschwund betroffen. Aber nicht nur. Auch Männer leiden daran. In Deutschland sind zwischen vier und acht Millionen Menschen betroffen.

"Die Grundsteine für einen gesunden Knochenbau werden in der Kindheit gelegt", weiß Dr. Heidi Braunewell von der Reformhaus- Fachakademie in Oberursel. Von Geburt an unterliegen die Knochen einem ständigen Prozess von Auf-, Um- und Abbau. Im Kindesalter, in der Jugend und im jungen Erwachsenenalter bis zum etwa 30. Lebensjahr wird die Knochensubstanz bis zu einem Maximum aufgebaut.

Vorausgesetzt die Kalziumzufuhr hat in dieser Zeit gestimmt, ist schon einmal eine stabile Basis für das weitere Leben geschaffen. Danach geht es mit der Knochendichte mehr oder minder schnell wieder bergab. Jetzt heißt es die Verluste an Knochenmineralien so gut wie möglich in Grenzen zu halten. Wird jenseits der 30 nicht auf ausreichend Knochennahrung" geachtet, kann es schon vorzeitig zu einem übermäßigen Raub- und Abbau der Knochen kommen.

Ab dem 50 Lebensjahr nimmt bei Frauen der Blutspiegel an Östrogen, demjenigen Hormon, welches den Knochenaufbau fördert, rapide ab. Bei Männern sinkt parallel dazu allmählich der Progesteronspiegel. Jetzt verlieren die Knochen um so mehr Mineralstoffe, vor allem das Kalzium. Folge der Osteoporose sind brüchige Knochen. Der Knochenschwund lässt beispielsweise die Wirbelkörperporös werden, diese können einbrechen. Die Betroffenen verlieren an Körpergröße, die krumme Wirbelsäule verursacht vielfach chronische Schmerzen und schränkt die Beweglichkeit oder Atmung der Patientenein. Aber auch Stürze mit Oberschenkelhalsbruch sind eine häufigeFolge der Osteoporose und können bei älteren Patienten oftmals nurbehandelt werden, indem ein künstliches Hüftgelenk eingesetzt wird. 

In den vergangenen Jahrzehnten nahmen viele Frauen jahrelang Hormone ein, um Wechseljahresbeschwerden zu mindern und der Osteoporose vorzubeugen. Doch kürzlich zeigten große wissenschaftliche Studien aus en USA und Großbritannien, dass mit der Hormontherapie größere gesundheitliche Risiken einher gehen als bisher angenommen. "Hormonmangel ist allerdings nur eine mögliche Ursache für Osteoporose", so  Dr. Christiane Bauch, Gesundheitsexpertin der TK.. "Auch Bewegungsmangel und falsche Ernährung können Knochenschwund hervorrufen".

Eine Osteoporose-Vorbeugung ist also einfach möglich: ausgeglichene kalziumreiche Ernährung - es sollten schon so um die 1.200 mg täglich sein - ausreichend Vitamin D, viel frisches Obst und Gemüse und regelmäßige körperliche Bewegung. Gute Kalziumlieferanten sind Milchprodukte, grüne Gemüse wie Brokkoli oder Grünkohl aber auch Sojaprodukte, Feigen und Nüsse sowiekalziumhaltige Mineralwasser oder Obstsäfte. Fastfood wie Pommes frites, Softdrinks sowie die Genussgifte Alkohol und Nikotin gelten hingegen als "Kalziumräuber" und sollten vermieden werden.

Um genügend Kalzium aus dem Darm aufzunehmen und es in den Knochen einzulagern, braucht der Mensch zudem Vitamin D. Dieses bildet der Organismus in der Haut - allerdings nur in Verbindung mit Sonnenlicht. "Wer vor allem im Winter täglich eine halbe Stunde im Tageslicht spazieren geht, beugt auch damit dem Knochenschwund vor", rät TK-Expertin Bauch allen Menschen, besonders denen, die sich nicht viel bewegen.

WANC 20.10.03

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