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Gut drauf und schmerzfrei - wenn Medikamente dazu notwendig sind, sinkt im Alter der Bedarf an der Wirkstoffmenge
Schmerzen: Ist im Alter alles anders?

Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, an Schmerzen zu leiden. Doch ob Menschen im Alter ein verändertes Schmerzempfinden haben, ist umstritten. Bei der Schmerzbekämpfung allerdings benötigen Menschen in alten oft eine andere Behandlung als in jungen Jahren. Der Grund: Die Organe haben länger mit dem Abbau der Mittel zu tun.

Verändert sich das Schmerzempfinden im Alter? Ganz sicher ist das nicht. Es gibt aber Wissenschaftler die davon ausgehen, dass Schmerz im Alter normaler wird und der Mensch sich daran anpasst. Mit der Gewöhnung könnte die Schwelle steigen, bei der Schmerz überhaupt erst wahrgenommen wird.

Allerdings scheint diese Erkenntnis nicht für jeden und alle zu gelten. Einige Studien berichten über eine erhöhte Schmerzschwelle, andere fanden keine Alterseffekte, und wieder andere zeigen sogar eine niedrigere Schmerzschwelle. Diese wurde beispielsweise vor allem bei Druck auf die Muskulatur bei alten Menschen gefunden. Altersveränderungen der Schmerzwahrnehmung treten also anscheinend nicht überall am Körper zum gleichen Zeitpunkt und am gleichen Ort in Erscheinung.

Einfluß auf die Schmerzbehandlung hat aber eine ganz andere Alterserscheinung. „Während die Schmerzverarbeitung ein robustes System ist und kaum der Alterung unterliegt, nimmt die Leistung bei der Verarbeitung und Ausscheidung von Nähr- und Arzneistoffen mit zunehmendem Alter ab“, erklärt Dr. Mazen Ottallah-Kolac, Apotheker aus Wetzlar, warum der Stoffwechsel so einen immensen Einfluß auf das sich verändernde gesamte Schmerzgeschehen im Alter hat.

Wichtige Funktionen der für den Abbau und die Ausscheidung von Medikamenten zuständigen Organe Leber und Niere sind im Alter eingeschränkt. Das verändert auch den Bedarf an schmerzlindernden Medikamenten. „Bei Schmerzmitteln reicht oft eine geringere Wirkstoffmenge aus, um die Beschwerden genauso gut und lange zu lindern wie bei jungen Erwachsenen“, weiß Ottallah-Kolac.

Ein weiterer Grund für einen veränderten Schmerzmittelbedarf sind die zusätzlich auftretenden chronischen Erkrankungen älterer Menschen, wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. „Die Erkrankungen selbst oder die zur Behandlung dieser Krankheiten erforderlichen Medikamente haben einen Einfluss auf die Wirksamkeit und Nebenwirkungen von Schmerzmitteln,“ betont der Apotheker. Oft muss erst ein geeignetes Präparat gefunden werden, das sich mit den übrigen Arzneimitteln verträgt.

WANC 25.09.08/ Quelle: sra, Universität Bamberg

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