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Bewegung im Alter: Bessere Fitness und Unterstützung bei der Diät (Foto: Foto: DAK)
Bewegung im Alter: Bessere Fitness und Unterstützung bei der Diät (Foto: Foto: DAK)
Abnehmen im Alter: Nicht ohne Sport

Laut Prognosen der Weltgesundheitsorganisation WHO werden die Menschen immer dicker. Besonders ab 40 besteht die Gefahr, jedes Jahr ein halbes bis ein Kilogramm zuzulegen. Während bei jüngeren Menschen mit starkem Übergewicht in der Regel eine entsprechende Diät angesagt ist, um Pfunde zu verlieren, sind sich Ernährungsmediziner bei Senioren/innen nicht so sicher. Bei fortgeschrittenem Alter befürchten viele, dass die Diät nicht nur zu einem Gewichtsverlust, sondern auch zu einem Abbau von Muskel- und Knochenmasse führt. Sportliches Training soll dem entgegen wirken.

Prof. Dr. Dennis Villareal, Baylor College of Medicine, Houston, Texas, USA, sagt: „Die Verbreitung von Fettleibigkeit nimmt unter alten Menschen stark zu. Wie man damit umgeht, ist umstritten.“ Umstritten ist vor allem der Einsatz einer Abnehmdiät, weil damit möglicherweise die Gebrechlichkeit und Sturzgefahr der Senioren steigt - schon allein durch den mit der Diät oft einher gehenden Abbau von Muskeln und Knochenfestigkeit. 

Villareal hat nun 141 stark übergewichtige Menschen im Alter von 65 Jahren und älter 26 Wochen lang jeweils einer bestimmten Gruppe zugeteilt. Die erste Gruppe erhielt eine Diät und machte Ausdauertraining, die zweite Diät und Krafttraining, die dritte Diät und eine Kombination aus Ausdauer- und Krafttraining und die vierte, die gar nichts machte. 

Das Ergebnis wurde anhand eines körperlichen Leistungstests auf einer Punkteskala von 0 bis 36 ermittelt. Wobei eine höhere Punktezahl auch eine bessere Fitness bedeutete. In der Kombinationsgruppe (dreimal wöchentlich 75 bis 90 Minuten) verbesserte sich die Fitness um 21% von 27,9 auf 33,4 Punkte, in der Ausdauergruppe (dreimal wöchentlich 60 Minuten) um 14% von 29,3 auf 33,2 Punkte und in der Kraftgruppe (Krafttraining bis 65% der Muskelkraft) ebenfalls um 14% von 28,8 auf 32,7 Punkte. In der Kontrollgruppe war eine solche Verbesserung nicht zu verzeichnen. 

Bei den sportlich aktiven Senioren verbesserte sich auch die Fähigkeit zur Sauerstoffaufnahme. In der Kombinationsgruppe um 17% von 17,2 auf 20,3 (Milliliter pro Kg Körpergewicht und Minute), in der Ausdauergruppe um 18% von 17,6 auf 20,9 und in der Gruppe mit Krafttraining um 8% von 17 auf 18,3. Dass die vorhandene Kraft in der Gruppe mit kombiniertem (+ 18% von 272 auf 320 KG) und im Krafttraining (+19% von 288 auf 337 KG) stärke zunahm als in der Ausdauergruppe (+4% von 265 auf 270 KG) ist wenig verwunderlich. 

An Körpergewicht verloren die Teilnehmer der drei Diät- und Trainingsgruppen im Durchschnitt gleichermaßen: um 9%. In der Kontrollgruppe veränderte sich das Gewicht nicht. Die Abnähme von Muskelmasse lag in der Kombinations- und Kraftgruppe bei 3% bzw. bei 2%, beim Ausdauertraining bei 5%. Die Knochendichte verringerte sich in den drei Diät- und Sportgruppen um zwischen 0,5% (Krafttraining) und 3% (Ausdauertraining).

Was diese Ergebnisse Betroffenen bringt? „Die Studie belegt, dass es niemals zu spät ist, den Lebensstil und ungesundes Verhalten zu ändern", meint der Medizinprofessor. Außerdem könnten die negativen Folgen von Diäten im Alter durch bestimmtes sportliches Training verhindert werden. 

cs 24.5.2017/ Quelle: N Engl J Med

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