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Depressionen im Alter sind gefährlich, werden häufig aber nicht erkannt

Altersdepressionen sind eine unterschätzte Gefahr, mahnen Ärzte. Dabei gehören Depressionen neben dementiellen Erkrankungen zu den häufigsten psychischen Störungen im höheren Lebensalter. Mit ihnen steigt bei zunehmendem Alter das Suizidrisiko, insbesondere bei Männern, drastisch an. Hinzu kommt, dass viele Ärzte die Zeichen falsch deuten und viele Betroffene über ihr Leiden lieber schweigen.
 
Menschen im Alter über 60-Jahre leiden zu etwa 5% an einer behandlungsbedürftigen Depression. In Alters- oder Pflegeheimen ist das Risiko viel höher. Diese Altersdepressionen sind oft Auslöser für einen Suizid: 40% aller Selbstmorde betreffen alte Menschen. Bei vielen entstehen Depressionen, weil ihre körperliche und geistige Leistungsfähigkeit nachlässt und die organischen Beschwerden zunehmen, weil sie ihren sozialen Status einbüßen oder den Tod von Verwandten und Bekannten beklagen.

Prof. Dr. med. Dr. rer. soc. Frank Schneider, Direktor der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am Universitätsklinikum Aachen belegt das mit Zahlen: 30% aller Demenzkranken, 50% aller Parkinsonpatienten und 30 bis 40% der Patienten, die einen Schlaganfall oder Herzinfarkt erlitten haben, leiden unter der Depression. Auch eine Schilddrüsenunterfunktion könne eine Alterdepression auslösen.

Die Altersdepression macht sich durch Abgeschlagenheit, Verwirrtsein, Schlafstörungen, schwankende Stimmungen sowie depressive Gedanken bemerkbar. Diese zu erkennen ist jedoch viel schwieriger, da sie von anderen Störungen wie beispielsweise einer Demenz überlagert sein können. Eine Altersdepression werde oft nicht erkannt oder mit einer Altersdemenz verwechselt. Aufpassen müssten auch Angehörige und Familienmitglieder, um depressive Tendenzen oder Suizidgedanken zu bemerken und zu reagieren. Sie sollten den Senioren das Gefühl geben, mit ihrer Schwermut niemanden zu belästigen.



Berliner Ärzteblatt 28.03.2011/ Quelle: Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN); Depressionen im Alter – Die verkannte Volkskrankheit, Herbig Verlag, München, 2011
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