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Krankenhäuser und demente Patienten: Hoffnungslos überfordert

Auf Krankenhäuser kommt eine Aufgabe zu, der sie nicht gewachsen zu sein scheinen. Und auf die sie bisher auch nicht vorbereitet und deshalb hoffnungslos überfordert sind: Sie müssen vermehrt Patienten aufnehmen, die sich nicht nur einem Eingriff unterziehen müssen, sondern zusätzlich unter einer Demenz leiden. 

Die Demenz im Krankenhaus ist die Herausforderung der Zukunft. Ab 2020 wird jeder fünfte Krankenhauspatient unter einer Demenz leiden. Derzeit sind es etwa 10 Prozent. Und die Demenz kommt nicht allein: Sie geht einher mit Sturz und Schenkelhalsbrüchen, Herzinfarkt oder akuter Infektion. Die Krankenhäuser sind mit diesen Patienten häufig hoffnungslos überfordert, warnt Dr. Werner Hofmann, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie: „Die Akutkrankenhäuser in Deutschland sind bisher auf die Behandlung und Pflege von Demenzkranken nicht eingestellt.“

Nur rund sechs Prozent der Patienten kommen wegen ihrer Demenzerkrankung primär in die Klinik, die meisten von ihnen müssen wegen ursächlicher Körper-Erkrankungen in stationäre Behandlung, zum Beispiel wegen eines Oberschenkelhalsbruches. Die Demenz kommt häufig begleitend dazu (Komorbidität). „Der Demenzkranke reagiert auf die fremde Umgebung, die Hektik der Notaufnahme, den gedrängten Zeitplan, auf das Blutabnehmen und andere unangenehme Untersuchungen häufig mit Angst, Unruhe und Wutausbrüchen“, beschreibt Hofmann das Problem. Ärzte und Pflegekräfte in den Kliniken seien damit oft überfordert.

Was das bedeutet, hat ein Studie der Universität Witten-Herdecke gezeigt. Werden demente Patienten, die an einer Lungenentzündung erkranken, weiter im Heim betreut, dann endet die Krankheit zu 17 Prozent mit dem Tod. Findet dagegen die Behandlung im Krankenhaus statt, dann liegt die Sterberate bei 37 Prozent. Waran es in den Krankenhäusern mangelt, hat die Studie auch ermittelt: die Kliniken können den erhöhten Betreuungsaufwand nicht leisten, ihnen fehlen die notwendigen Räumlichkeiten, sie verzeichnen hohe Informationsverluste bei der Patientenaufnahme.

Berliner Ärzteblatt 09.08.2012/ Quelle: Gemeinsamer Gerontologie- und Geriatriekongress 2012
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