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Stürze von alten Menschen vermeiden

Wer alt ist, stürzt häufiger. Warum? Es gibt viel Ursachen: von Augenerkrankungen bis zu Schwindel als Nebenwirkung von Medikamenten. Wie kann man Stürze verhindern? Die Antwort hört sich banal an: mögliche Risiken erkennen, Risikofaktoren beseitigen. und in der Beseitigung von Risikofaktoren. Doch so einfach scheint das nicht zu sein. Denn eine Bewertung von Maßnahmen gegen Stürze kommt zu keinem eindeutigen Ergebnis.

Mit dem Alter steigt das Risiko zu stürzen und sich dabei ernsthaft zu verletzten. Es gibt vielfältige Strategien zur Vorbeugung. Der Bericht des Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) hat einige bewertet: Trainingsangebote zur Förderung motorischer Funktionen, Maßnahmen der Überprüfung und Korrektur der Sehfunktion, Chirurgische Eingriffe, Schulungsmaßnahmen, Maßnahmen zur Verbesserung der Kompetenzen betreuender Fachkräfte in Einrichtungen der Langzeitversorgung, Anpassung der Wohnumgebung, Angebot von Hüftprotektoren, gangstabilisierendes Schuhwerk, Vitamin D, Nahrungsergänzung, multiple Interventionen, multifaktorielle Interventionen.

Was der Bewertung heraus kommt, kann allerdings mehr verwirren, denn den Durchblick verschaffen. So stellt das DIMDI fest, dass die Qualität der überprüften Studien sehr unterschiedlich ist, was die Vergleichbarkeit behindert. Sie kommen auch zu unterschiedlichen Ergebnissen, was die Aussagekraft insgesamt einschränkt. Beispiele:
* Altersgerechte Wohnumgebung: In Studien untersucht wurde die Sturzhäufigkeit älterer Teilnehmer nach altersbezogenen Anpassungen ihrer Wohnung. Wie gut damit Stürzen vorgebeugt werden kann, hängt sehr von der Gebrechlichkeit der Zielgruppe ab. So fanden einige Studien eine verringerte Sturzrate, andere dagegen nicht.
* Überprüfung/Korrektur der Sehfähigkeit: Die Gewöhnung an Sehhilfen o.ä. erscheint durchaus problematisch. Studien fanden bei entsprechend behandelten Personen ein erhöhtes Sturzrisiko und ein knapp erhöhtes Risiko für Knochenbrüche. Allerdings sind diese Ergebnisse unter Vorbehalt zu sehen, da sie sich auf relativ gesunde Senioren beziehen.
* Training der Beweglichkeit: Über einen längeren Zeitraum durchgeführte motorische Übungen senkten in Studien das Sturzrisiko älterer Menschen. Die Studien variieren dabei stark bezüglich Personen und Übungen und sind zudem von eingeschränkter Qualität. Ihre Aussagekraft ist daher begrenzt, zumal die positiven Ergebnisse nur für rüstige Senioren gelten. Bei gebrechlichen Personen wirkt ein Training womöglich kontraproduktiv.

Es existieren auch komplexe Programme zur Sturzprophylaxe. Sie umfassen mehr als eine Einzelmaßnahme und meist auch eine genaue Überprüfung des Sturzrisikos. Inwieweit solche Programme dazu beitragen, Stürze und Verletzungen zu vermeiden, ist nach aktuellem Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse unklar. Dies gilt sowohl für die ambulante Versorgung als auch für Einrichtungen der Langzeitversorgung. Die Effekte solcher komplexen Programme scheinen stark von verschiedenen Rahmenbedingungen abzuhängen, die es noch besser zu verstehen gelte, erklärt das DIMDI. In den Studien erweisen sich aber einige Verfahren als nutzlos oder sogar schädlich. Weil aber die Qualität der Studien sehr stark von einander abwich, verzichtet die Bewertung darauf, einzelne Verfahren klar zu empfehlen.

wanc 22.03.2012/ Quelle: HTA-Bericht (Health Technology Assessment, wissenschaftliche Bewertung gesundheitsrelevanter Verfahren und Technologien) "Sturzprophylaxe bei älteren Menschen in ihrer persönlichen Wohnumgebung", DIMDI
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