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Tanzen bedeutet körperliche Aktivität sowie eine Herausforderung für das Gehirn (Foto: Paul-Georg Meister / pixelio.de)
Tanzen bedeutet körperliche Aktivität sowie eine Herausforderung für das Gehirn (Foto: Paul-Georg Meister / pixelio.de)
Senioren: Tanzen bringt Körper und Geist auf Trab

Tanzen ist gesund. Das behaupten nicht nur Tanzschulen in geschäftsmäßigem Interesse. Mittlerweile gibt es Studien, die deutliche zeigen, dass Tanzen Herz und Kreislauf verbessern und auch der Psyche helfen. Eine neue Untersuchung belegt, dass Tanzen vor allem Senioren dabei unterstützt, ihre körperliche Fitness, Aufmerksamkeit und Reaktionsfähigkeit erheblich zu erhöhen.

Neurologen der Ruhr-Universität Bochum (RUB) beschreiben, warum Tanzen gerade im Alter die Gesundheit positiv beeinflussen kann: "Tanzen bedeutet körperliche Aktivität, die den individuellen Fähigkeiten angepasst werden kann und dennoch genügend Spielraum für Entwicklungen bietet. Das Erlernen von Schrittfolgen und Kombinationen ist darüber hinaus eine beträchtliche Herausforderung für das Gehirn. Im Zusammenspiel mit der sozialen Interaktion und der akustischen und emotionalen Stimulation entsteht beim Tanzen so die nahezu perfekte reizreiche und herausfordernde Umgebung für den Menschen."

Dass das wirklich funktioniert, hat die Studie der RUB gezeigt. 25 Frauen und Männer im Alter zwischen 60 und 94 Jahren tanzten sechs Monate lang einmal pro Woche eine Stunde lang. Eine gleich große Kontrollgruppe blieb in dieser inaktiv. Anhand von 18 Tests wurden über 80 Merkmale ermittelt, beispielsweise Standfestigkeit, Körperhaltung, Reaktionszeit, Motorik, Sensorik, Aufmerksamkeit, Denk- Merkfähigkeit, sowie Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislauf-Systems.

In all diesen Werten zeigten sich bei der Kontrollgruppe keine Veränderungen.  Bei den Tänzern stellten sich dagegen bemerkbare Verbesserungen ein. Diese Verbesserungen traten vor allem in den Bereichen „Kognition / Aufmerksamkeit“, „Reaktionszeit“, „Hand-/Motorische Leistungsfähigkeit“, „Taktil-/Sensorische Leistungsfähigkeit“, „Stand- und Balance“ und „Lebensstil“ hervor. Keine Veränderungen waren bei „Intelligenz“ und„ Herz-Kreislauf-Leistungsfähigkeit“ zu ermitteln.

Die Wissenschaftler loben das Tanzen für ältere Menschen, weil "bereits geringe Trainingsintensitäten zu weitreichenden Verbesserungen führen können". Im Vergleich mit Laufen, Radfahren oder Kraftsport biete Tanzen zusätzlich die sozialen Interaktionen und geistigen Herausforderungen.

In einer 2010 veröffentlichten Studie der Lava Universität im kanadischen Quebec - allerdings nicht nur mit Senioren - brachte ein zwölfwöchiges Tanztraining auch Herz und Kreislauf in Schwung und sorgt für bessere Leistungen. Sogar die Schmerzen von Rheumakranken wurden gelindert. Vor allem aber kamen Depressionen, Abgeschlagenheit und Angstzustände wesentlich seltener vor.
 
Berliner Ärzteblatt 26.02.2013/ Quelle: Front. Ag. Neurosci, 2013
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