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MCT-Fette: Kurzfristige Gewichtsabnahme und Verminderung des Körperfettes
MCT-Fette: Zur dauerhaften Gewichtsreduktion nicht geeignet

MCT-Fette werden in der Diätetik bei verschiedenen Darmerkrankungen, insbesondere bei Fettverdauungsstörungen, erfolgreich eingesetzt. Aber eignen sie sich auch, um überflüssige Pfunde langfristig loszuwerden? Nein, so die Antwort der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE).

Zwar kommt es zu einer kurzfristigen Gewichtsabnahme und Verminderung des Körperfetts, wenn MCT-Fette in einer kalorienreduzierten Diät anstelle von herkömmlichen Fetten eingesetzt werden - doch macht sich dieser Effekt nur kurze Zeit bemerkbar: Schon nach ca. zwei Wochen hat sich der Körper an die MCT-Fette angepasst, so dass sie keinen Vorteil zu normalen Fetten mehr bieten. Auch die häufig betonte Einsparung von Kalorien lohnt nur bedingt: 80-120 kcal pro Tag - das entspricht einem Glas Colagetränk oder einer Banane - lassen sich leicht an anderer Stelle einsparen. MCT-Fette sind somit keine „Fettsensation“ bei der Gewichtsabnahme.

Daher gilt nach wie vor die Empfehlung der DGE, langfristig die Energiezufuhr zu senken und den Energieverbrauch durch Bewegung zu steigern. Der Verzehr von reichlich Gemüse, Obst und Vollkornprodukten sowie fettarmen Varianten von Fleisch, Milch- und Milchprodukten soll die Basis einer Reduktionskost bilden.

MCT-Fette (medium chain triglycerides) sind Fette mit Fettsäuren mittlerer Kettenlänge. Sie unterscheiden sich von den üblichen Nahrungsfetten in ihren physikalischen, chemischen und physiologischen Eigenschaften. Sie werden vom Darm leichter aufgenommen und gelangen direkt in die Leber, wo sie schneller abgebaut werden.

Da sie unabhängig von Gallensäuren und fettspaltenden Enzymen absorbiert werden, finden sie bei Fettverdauungs- und Lymphabflussstörungen sowie Morbus Crohn, gestörter Gallensäurebildung, Mukoviszidose oder Dünndarmoperationen Anwendung und dienen als Energiequelle in der parenteralen Ernährung. In der Natur kommen MCT-Fette nur vereinzelt vor, z. B. in Butter und Kokosfett. Für die Diätetik werden spezielle Koch- und Streichfette hergestellt.

MCT-Fette haben im Vergleich zu anderen Nahrungsfetten einen um etwa 10 % niedrigeren Energiegehalt und die Umwandlung der Energie in Wärme ist höher. Werden Fette mit langkettigen Fettsäuren gegen MCT-Fette ausgetauscht, ist in der ersten Zeit das Sättigungsgefühl höher. Dies kann den Beginn einer Reduktionsdiät erleichtern. Nach zwei Wochen hat sich der Körper aber an die MCT-Fette gewöhnt.

Durch die Verwendung von MCT-Fetten ergeben sich auch Nachteile, die einem dauerhaften Einsatz entgegenstehen: Da der Verdauungstrakt nicht an die Verwertung größerer Mengen MCT-Fette gewöhnt ist, kann es schnell zu Unverträglichkeitsreaktionen wie Sodbrennen, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall kommen. Wegen des niedrigen Schmelz- und Rauchpunktes eignen sich MCT-Fette nicht zum Braten, Backen, Schmoren oder Frittieren. Sie haben einen scharfen und bitteren Geschmack, der sich durch Warmhalten oder Aufwärmen verstärkt. Daher sind Speisen mit MCT-Fetten nur zum sofortigen Verzehr geeignet. Bei langfristigem Einsatz muss auf die Deckung des Bedarfs an essentiellen Fettsäuren sowie an fettlöslichen Vitaminen geachtet werden.

WANC 07.01.04

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