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Ist erhebliches Übergewicht möglicherweise eine Folge veränderter Gehirnstrukturen? (Foto: pte)
Dick sein: Das Gehirn ist schuld

Menschen mit Übergewicht essen weit mehr, als sie brauchen, um ihren Körper ausreichend mit Energie zu versorgen. Doch können die Betrofffenen überhaupt etwas dafür? Wissenschaftler haben nämlich fest gestellt, dass ein Grund dafür im Gehirn gefunden werden kann. Denn in Hirnarealen, die an der Bewertung von Belohnungsreizen und an der zentralen Steuerung des Energiehaushalts im Hypothalamus beteiligt sind, von stark Übergewichtigen fanden die Forscher im Vergleich zu Normalgewichtigen erstaunliche Veränderungen.

Hunger und Appetit werden im Gehirn über ein kompliziertes System vernetzter Strukturen reguliert. Eine wichtige Rolle spielen dabei Hormone, die von den Zellen des Fettgewebes und des Verdauungstraktes ausgeschüttet werden und der Schaltzentrale im Gehirn – dem Hypothalamus – melden, wie es um die Energiereserven bestellt ist. So können Hormone aus dem Magendarmtrakt kurzfristig Appetit anregen oder das Gefühl der Sättigung vermitteln. Hormone des Fettgewebes wie das Leptin vermitteln dem Hypothalamus zudem Informationen über den Füllstand der Langzeit-Energiespeicher.

Ob ein Mensch zu Nahrung greift oder nicht, hängt allerdings nicht allein davon ab, ob er tatsächlich Energie benötigt. „Das limbische System ordnet den Nahrungsreizen einen emotionalen Wert zu und erzeugt das subjektive Erleben von Appetit“, erklärt Dr. med. Haiko Schlögl vom Universitätsklinikum Leipzig. Die Belohnungseffekte, die durch das Essen erzeugt werden, könnten zu einer Art Suchtverhalten führen.

Dass sich das auch im Gehirn wiederfindet, zeigte der Vergleich der Hirnstrukturen von zwischen dicken und dünnen Menschen. Aber auch zwischen den Geschlechtern gab es Unterschiede. Die Erkenntnisse könnten Hinweise darauf geben, warum Frauen häufiger adipös werden als Männer, und wie Verhaltenstherapien effektiv gestaltet werden könnten.

Die Frage, ob Übergewichtige nun selbst für ihr Übergewicht verantwortlich sind, lässt sich noch nicht beantworten. Denn eines ist bisher noch unklar: Sind die veränderten Gehirnstrukturen Ursache oder Folge des ungesunden Essverhaltens?

07.11.2011/ Quelle: 5. Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG)
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