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Adipositastherapie
Adipositaschirurgie: Es geht nicht um das Gewicht allein (Foto: DAK/Scholz)
Fettleibig: Gewicht dauerhaft reduzieren

In Deutschland ist etwa jeder dritte Erwachsene übergewichtig und sollte aus medizinischen Gründen abnehmen. Konventionelle Therapiemaßnahmen führen jedoch nur selten zu einer dauerhaften Reduzierung des Körpergewichts. Ein operativer Eingriff kann diesen Menschen beim Abnehmen helfen.

Für die meisten Betroffenen ist eine Qual – übergewichtig sein. So genannte morbid adipöse Patienten haben einen Body-Mass-Index (BMI, bewertet das Körpergewicht eines Menschen im Verhältnis zum Quadrat seiner Größe) der größer als 40 ist. Fast alle haben schon unzählige und sehr oft gescheiterte Versuche hinter sich, Gewicht zu verlieren. Doch vielen dieser Patienten kann durch einen operativen Eingriff geholfen werden, über einen langen Zeitraum abzunehmen.

Allerdings – es geht nicht nur um das Gewicht allein. Eine Adipositas-Therapie soll auch die mit dem Übergewicht zusammen hängenden Krankheiten wie beispielsweise Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen oder Arthrose behandeln.

"Insbesondere bei Patienten mit starkem Übergewicht bleiben konservative Therapiebemühungen im Langzeitverlauf jedoch meist erfolglos", erklärt Dr. Ernst von Dobschütz von der Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie der Uniklinik Freiburg. „Die Betroffenen finden meist erst den Weg zu einer operativen Therapie, nachdem Folgeschäden am Skelett eingetreten sind.“

Durch die Weiterentwicklung der operativen Methoden können die meisten Verfahren heute mit minimal-invasiven – schonenden - Techniken durchgeführt werden. Als besonders erfolgreiche Maßnahme erwies sich nach Erfahrung des Arztes in der Vergangenheit das Anlegen eines verstellbaren Magenbands aus Silikon, das das Volumen des Magens verkleinert. Bei diesem Verfahren wird die Aufnahmekapazität des Magens verringert, wodurch sich bei dem Patienten ein frühes Sättigungsgefühl einstellt.

Für Patienten mit extremem Übergewicht hat sich das so genannte Bypassverfahren bewährt, bei dem bestimmte Abschnitte des Dünndarms ausgeschaltet werden. Damit verkürzt sich die Verweildauer der Nahrung im Verdauungstrakt, wodurch ebenfalls Gewicht reduziert wird.

"Die Adipositaschirurgie sollte in jedem Fall nur nach einer strengen Indikation durch mehrere Ärzte aus verschiedenen Disziplinen durchgeführt werden", betont von Dobschütz. "Zudem sollten die Patienten nach der Operation bis an ihr Lebensende weiter betreut werden – im besten Fall auch durch den Hausarzt." Nur so könne garantiert werden, dass Spätfolgen der Adipositaschirurgie, wie beispielsweise Mangelerscheinungen, erkannt und rechtzeitig therapiert werden.

WANC 21.03.06
Quelle: Dr. med. Ernst von Dobschütz, Adipositaschirurgie – Von der Standardtechnik zur patientenorientierten Operation, Zeitschrift für Allgemeinmedizin 2006.

 
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