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"Eine stabile Gewichtsreduzierung ist nur zu erreichen, wenn sich die Essgewohnheiten und der Lebensstil langfristig ändern." (Foto: Benjamin Thorn / pixelio.de)
Eine stabile Gewichtsreduzierung ist nur zu erreichen, wenn sich die Essgewohnheiten und der Lebensstil langfristig ändern (Foto: Benjamin Thorn / pixelio.de)
Was hilft beim Abnehmen tatsächlich?

Welches sind effektive Maßnahmen, um überflüssige Pfunde los zu werden? Das haben sich Wissenschaftler gefragt und analysiert, welche Diäten als Therapie bei übergewichtigen und fettleibigen Menschen erfolgreich sind. Dabei findet sich eine alte Weisheit bestätigt: Die Ernährung allein kann es nicht schaffen.

Insgesamt wurden 34 Studien unter die Lupe genommen, in denen es um Diäten ging, die es nach einer Gewichtsabnahme auch schaffen, das Gewicht zu stabilisieren. Also um Maßnahmen, die nicht nur den Verlust von Kilos auf dem Plan haben, sondern auch ein schnelles Zurückkehren der verlorenen Pfunde (Jo-Jo-Effekt) dauerhaft verhindern.

Der Bericht besagt, dass alle untersuchten Diäten wirksam sind und keine allen anderen überlegen ist. Das bedeutet, moderat fettreduzierte, kalorienreduzierte, protein- oder kohlenhydratreiche Diäten erzielen annähernd die gleiche Wirkung. Die Wissenschaftler betonen aber, dass kurzfristig eine kohlenhydratarme Kost den besten Erfolg erreiche.  Längerfristig wirke aber eine fettarme Ernährung besser. Dabei sei es vielversprechender, den Fettkonsum nur moderat statt radikal einzuschränken.

Vergleichbare Erfolgschancen wie fettarme Diäten haben kalorienreduzierte oder proteinreiche Programme. Schwächer wirksam sind offensichtlich vegane und Formula-Diäten (mit Nährstoffmischungen, die Mahlzeiten z.B. mit Fertigdrinks oder Riegeln ersetzen). Die Wissenschaftler bemängeln, das die Informationen der Studien durch die Form der Datenerhebung, z.B. Selbstauskunft, derartig verzerrt waren. Das schränke die Objektivität der Ergebnisse ein.

Unabhängig von der Diätform konnten sie aber einige Faktoren heraus filtern, die eine eine erfolgreiche Diät ausmachen. Zu diesen Faktoren gehört auch, dass es nicht reicht, die Ernährung zu verändern. Ein langfristiger Erfolg sei nur zu erzielen, wenn Patienten auch ihr Bewegungsverhalten und ihren Lebensstil dem Ziel "niedrigeres Gewicht" anpassten. Und das sind die Bestandteile einer "erfolgreichen" Diät: 
- das tägliche Kaloriendefizit sollte zwischen 400 bis
600 kcal liegen,
- regelmäßige körperliche Aktivität, die etwa 2.000 kcal/Woche verbraucht,
- fettarme Ernährung,
- reichlicher Verzehr von Obst und Gemüse,
- gezielte Verwendung von Formuladiäten und/oder fortifizierten Lebensmitteln,
- regelmäßige Selbstkontrolle,
- kontinuierliches Coaching oder verhaltenstherapeutische Unterstützung, vor allem in Form eines Mehrkomponentenprogramms (Unterstützung durch
eine Gruppe und die regelmäßige Anwesenheit bei Gruppensitzungen helfen erstaunlich viel beim Gewichtsverlust).

Der Bericht erklärt, dass nachhaltig angelegte Diäten in zwei Phasen verlaufen. Phase 1 dient dem Abnehmen während Phase 2 dazu dient, das verringerte Körpergewicht stabil zu halten. Durch eine Verhaltensänderung der Patienten, die auch ein Mehr an Bewegung vorsieht, soll eines erreicht werden: weniger Energie aufzunehmen und gleichzeitig mehr Kalorien durch Bewegung und Sport zu verbrennen. Wenn das keinen ausreichenden Erfolg erzielt, können Medikamente unterstützen. Chirurgische Maßnahmen kommen nur unter bestimmten Bedingungen in Betracht.


Berliner Ärzteblatt 10.06.2013/ Quelle: Korczak D, Kistler C: HTA-Bericht, Wirksamkeit von Diäten zur nachhaltigen Gewichtsreduktion bei Übergewicht und Adipositas (DIMDI - Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information)
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