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Chilis sollen die Fettverbrennung ankurbeln und so vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen (Foto: Katrin Huber-Sheik/ pixelio.de)
Chilis sollen die Fettverbrennung ankurbeln und so vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen (Foto: Katrin Huber-Sheik/ pixelio.de)
Weg mit dem Fett: Weniger Risiko für das Herz

Wenn Ernährungswissenschaftler über die Ursachen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sprechen, dann fällt auch immer das Wort Ernährung. Die Fettzufuhr über die Ernährung zählt inzwischen zu einem der wesentlichen Risikofaktoren. Während die einen als Prävention die Reduzierung des Fettkonsums und den Austausch von gesättigten durch mehrfach ungesättigte Fettsäuren empfehlen, haben andere eine andere Lösung im Gepäck: Capsaicin.

Prof. Dr. Stefan Lorkowski von der Friedrich-Schiller-Universität Jena hat die Bedeutung der Fettzufuhr für die Entwicklung von Fettstoffwechselstörungen bewertet. Eines ist für ihn ganz klar. Durch eine reduzierte Gesamtfettzufuhr oder eine reduzierte Zufuhr von gesättigten Fettsäuren kann die Konzentration des sogenannten LDL-Cholesterins im Blut gesenkt werden. LDL-Cholesterin hat einen schlechten Ruf bei Medizinern, denn es gilt u. a. als ein wesentlicher Risikofaktor für die Atherosklerose. Damit wird die Verkalkung oder Verhärtung von Arterien bezeichnet, die eine der wichtigsten Auslöser für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Thrombose oder Ischämie (Durchblutungsstörungen).

Dass die Ernährung für das Entstehen bestimmter Erkrankungen verantwortlich ist, ist für Lorkowski sicher. So lasse sich durch den Austausch von gesättigten durch mehrfach ungesättigte Fettsäuren, wie sie etwa in Pflanzenölen und Fisch vorkommen, der Gehalt von LDL-Cholesterin im Blut senken. Auch die Konzentration der sogenannten Triglyceride im Blut sei durch die Ernährung, beispielsweise durch den Ersatz von Kohlenhydraten und  trans-Fettsäuren durch Pflanzenöle, beeinflussbar.

Ernährungsexperten der University of Wyoming haben einen anderen Weg gefunden, den Schaden von fettigem Essen und Übergewicht zu vermindern. Sie wollen den Fettstoffwechsel ankurbeln, ohne dabei die Kalorienzufuhr erheblich zu reduzieren. Dabei setzen sie auf Capsaicin, das ist einer der beiden Hauptbestandteile, der Chili seine Schärfe verleiht. Der Stoff soll, so erklärt es Dr. Baskaran Thyagarajan, "die Maschinerie anwerfen, um Fetteinlagerungen zu verbrennen".

Hört sich gut an, wurde bisher aber nur an Mäusen getestet. Da allerdings mit Erfolg. Da erhielten gleich große Gruppen von Tieren entweder eine nomale Ernährung oder eine mit viel Fett oder eine mit viel Fett und 0.01% Capsaicin. Alle Tiere mussten sich außerdem jeden Tag eine bestimmte Zeit lang "sportlich" bewegen. Nach 25 Wochen hatten die mit einer fetten Diät sowie Capsaicin gefütterten Mäuse gegenüber den nur mit der fetten Diät ernährten weniger Gewicht zugelegt. Außerdem zeigten sich die mit Capsaicin gefütterten Mäuse wesentlich ausdauernder.

Auch wenn diese Ergebnisse nun noch lange nicht bedeuten, dass das beim Menschen auch so funtkioniert, wollen die Wissenschaftler jetzt ein Nahrungsergänzungsmittel mit Capsaicin entwickeln. 

Berliner Ärzteblatt 09.02.2015/ Quelle: Universität Jena, Biophysical Society's 59th Annual Meeting

Chili-Inhaltsstoff Capsaicin senkt Blutdruck

Scharfes gegen Schmerz

Chili treibt Krebszellen in den Selbstmord

 
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