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Halten Lebensmittel mit eingebauten "Cholesterinsenkern" ihr Versprechen?

Nahrungsmittel wie Margarine oder Milchprodukte werden heutzutage mit pflanzliche Sterinen oder Phytosterolen angereichert. Die Werbung verspricht, dass diese Zusätze das Cholesterin senken können. Können sie? Kardiologen bezweifeln das. Derartige Produkte bringen dem Herzen gar nichts, sagen sie. Im Gegenteil: Sie können sogar schaden. 
 
Wissenschaftler begründen ihre Zweifel damit, dass es keinen wissenschaftliche Nachweis für die cholesterinsenkende Wirkung der Phytosterole gibt. Es gebe auch keine glaubhaften Studien, in denen nachgewiesen werde, dass sie das Risiko für Schlaganfall oder Herzinfarkt vermindern. Das jedenfalls betont Dr. Oliver Weingärtner, Universität des Saarlandes, Homburg/Saar.

Weingärtner weißt auch auf ein anderes Problem hin. Wolle man mit Phytosterinen eine Cholesterinsenkung von zehn Prozent erreichen, dann müsste man pro Tag zwei Gramm oder mehr verzehren. Die dafür notwendigen täglichen Mengen an Obst und Gemüse sind beeindruckend: 425 Tomaten, 150 Äpfel, oder 11 Tassen Erdnüsse. Wolle man das mit Phytosterolen angereicherten Lebensmittel („Funktional Food“) schaffen, dann würden die dafür erforderlichen Mengen so hoch sein, dass sie als Medikament gelten würden.

Ganz abgesehen, dass derartige Mengen unberechenbare Gefahren bergen. Sie können sich im Körper ablagern und dann sowohl Herz als auch Gefäße schädigen. In Tierversuchen reicherten sich die Pflanzensterine in den Membranen von Gehirnzellen ab, was die Funktion des Gehirns beeinträchtigen kann.



Berliner Ärzteblatt 29.04.2011/ Quelle: Weingärtner et al, Plant sterol and stanol esters induce differential effects on oxidative stress, inflammation, leucocytes, vascular function and tissue concentrations in mice. Abstract V1268, Clin Res Cardiol 100, 201; Vanmierlo et al, Irreversible accumulation of plant sterols in the brain. Abstract P1305, Clin Res Cardiol 100, 201

Aktualisierung vom 14.12.12:
Foodwatch hat wegen der Vermarktung von Becel pro.aktiv gegen den Lebensmittelkonzern Univlever Klage (Az 324 O 64/12) eingereicht. Die Magarine soll den Blutcholesterinwert um bis zu 10% senken. Foodwatch hatte bemängelt, dass die Magarine gesundheitlich bedenklich sei, Unilever aber behaupte, dass es "aus wissenschaftlicher Sicht keinen Hinweis" auf Nebenwirkungen gebe.
Das Landgericht Hamburg hat die Klage nun mit der Begründung abgelehnt, dass es sich dabei um keine Tatsachenbehauptung, sondern um eine Meinungsäußerung handele. Und die freie Meinungsäußerung sei gesetzlich garantiert.
Das Gericht hat damit keine Entscheidung darüber getroffen, ob die Magarine nun gesundheitlich bedenklich ist oder nicht.
Der VerbraucherService Bayern im KDFB e.V. (VSB) meint, dass man Lebensmittel, die wie Arzneimittel wirken, nicht grundlos konsumieren sollte. Ohne Rücksprache mit dem Arzt riskiere man unerwünschte Nebenwirkungen. (Quelle: food-monitor)

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