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Viele Ernährungsexperten lehnen Fasten ab (Foto: DAK)
Viele Ernährungsexperten lehnen Fasten ab (Foto: DAK)
Fasten: Von Vorteilen und Risiken

Fasten wird inzwischen von vielen Menschen als sinnvoll für die Gesundheit angesehen. Laut einer Forsa-Studie beurteilten das jedenfalls 55 Prozent der Befragten so. Viele verzichten dabei auf Alkohol oder Süßigkeiten, andere fast vollständig auf feste Nahrung. Fasten kann positive Effekte haben, z.B. den Blutdruck und das Gewicht senken. Doch es gibt auch nicht zu unterschätzende Risiken.
 
Beobachtet wurden 147 Frauen und Männer mit Bluthochdruck. Die verzehrten zwei bis drei Tage lang nur Obst und Gemüse und tranken anschließend unter medizinischer Aufsicht zehn bis elf Tage ausschließlich Wasser und Kräutertees. In den folgenden sechs bis sieben Tagen gab es eine fett- und salzarme, vegane Ernährung. 90 Prozent der Teilnehmer hatten am Ende des Fastenprogramms einen um durchschnittlich 37/13 mmHg auf unter 140/90 mmHg gesunkenen Blutdruck.

In einer anderen Studie zeigte sich, dass der Körper beim Fasten, einer Low-Carb-Diät oder bei sehr intensivem körperlichen Training ein bestimmtes Stoffwechselprodukt produziert, dass seinerseits Eiweiße hemmt, die Entzündungen hervor rufen können. Dabei geht es um Eiweißkomplexe, die als Teil des Immunsystems entzündliche Erkrankungen wie Diabetes-Typ-2, Arteriosklerose sowie Alzheimer auslösen können.
 
Professor Dr. Martin Hausberg vom Städtischen Klinikum Karlsruhe sieht Fastenkuren aber vorwiegend als Übergang zu einer prinzipiellen Änderung der Ernährungsweise an. Von Fasten im Sinne einer Nulldiät, wie beim Wasserfasten, rät er ab: „Dies führt zu einem unnötigen Eiweiß- und Muskelabbau.“ Heilfasten lasse  sich auch mit dem sogenannten „Saftfasten“ nach Buchinger, das auf Obst- und Gemüsesäften beruht. Im Anschluss an die Safttage sollte gesunde Mischkost verzehrt werden, mit einem hohen Anteil an Obst, Gemüse und Vollkornprodukten.

Viele Ernährungswissenschaftler lehnen Fasten ab. Kritisiert wird, dass Fasten zu Mangelerscheinungen bei Vitaminen, Mineralstoffen sowie lebenswichtigen Eiweißbausteinen und Fettsäuren führt. Fasten könne eine Übersäuerung, eine Ketoacidose (starker Flüssigkeitsverlust) und eine Schwächung des Darmes nach sich ziehen. Außerdem können der Muskelabbau auch den Herzmuskel betreffen.

Gefahren für Herz und Kreislauf sehen Mediziner auch bei Low-Carb-Diäten, also dem Verzicht auf Kohlenhydrate (Vollkornprodukte, Obst, Gemüse). Weil Fett und Eiweiß erlaubt sind, könnte das Fett die Arterien verstopfen.

Ob Fasten und Extrem-Diäten wirklich nützlich und sinnvoll sind, wird vielfach bestritten. Hausberg rät, ein Fastenvorhaben immer mit ihrem Arzt besprechen. Vor allem "Menschen mit Erkrankungen sollten ausschließlich unter ärztlicher Überwachung fasten“. Außerdem sollte die Fastenzeit auf maximal drei Wochen begrenzt werden, ohne medizinische Aufsicht sollten Gesunde nicht länger als fünf bis sieben Tage fasten. Zu den positiven Effekten tragen auch Bewegungs- und Entspannungseinheiten bei, die feste Bestandteile des Heilfastens nach Buchinger sind. Auch diese sollten idealer Weise nach Ende der Fastenkur in den Alltag integriert werden.
 
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hält generell eine ausgewogene Ernährung für sinnvoller als Fasten. Um Übergewicht zu vermeiden oder abzubauen, sollte die Ernährung reich an komplexen Kohlenhydraten und Ballaststoffen sein, aber wenig Fett, insbesondere tierische Fette enthalten. Dazu gehöre auch die tägliche und ausreichende Bewegung.

Berliner Ärzteblatt 23.02.2015/ Quelle: Hochdruckliga, Nature Medicine

 

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