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"Eine stabile Gewichtsreduzierung ist nur zu erreichen, wenn sich die Essgewohnheiten und der Lebensstil langfristig ändern." (Foto: Benjamin Thorn / pixelio.de)
"Eine stabile Gewichtsreduzierung ist nur zu erreichen, wenn sich die Essgewohnheiten und der Lebensstil langfristig ändern." (Foto: Benjamin Thorn / pixelio.de)
Fettreduzierte Diät: Nicht besonders effektiv

Wer abnehmen möchte, dem wird gerne empfohlen, sich fettarm zu ernähren. Warum? Weil Fett viele Kalorien enthält. Die einfache Schlussfolgerung: Wer weniger Fett isst, nimmt weniger Kalorien zu sich und deshalb ab. Doch leider scheint es nicht ganz so einfach zu sein. Denn bei einem Vergleich mit Diäten, bei denen man auch etwas mehr Fett verzehrt - z.B. Mittelmeer- oder kohlenhydratarme Diät - konnte das Reduzieren von Fetten langfristig keine größere Gewichtsabnahme erzielen.

Ärzte vom Brigham and Women's Hospital in den USA haben Daten von 68128 Erwachsenen ausgewertet. Diese hatten mindestens ein Jahr lang entweder eine fettreduzierte oder eine andere Diät befolgt oder hatten sich "ganz normal" ernährt. Im Vergleich mit denjenigen, die keine Diätvorschriften beachtet hatten, verloren die mit einer fettarmen Ernährung kräftig an Gewicht: Innerhalb des Jahres im Durchschnitt 5,41 (zwischen 3,54 und 7,29) Kilogramm. 

Wurde allerdings der Gewichtsverlust zwischen fettreduzierten und anderen Diäten  verglichen, dann veränderte sich das Bild. Mit einer Mittelmeer- oder kohlenhydratarmen Ernährungsweise nahmen die Teilnehmer an der Studie mehr ab: nämlich um durchschnittlich 1,15 (zwischen 0,52 und 1,79) Kilogramm. Wurden nur die fettreduzierten Diäten miteinander verglichen, dann führten die Formen mit einer höheren Fetteinsparung zu mehr Gewichtsverlust als die mit einer geringeren Fettreduzierung. 

Die Schlussfolgerungen, die Ernährungswissenschaftler daraus ziehen: Fettarm zu essen, ist keine Garantie für eine langfristige Gewichtsabnahme. Ein Gewichtsverlust kann mit verschiedenen Diäten erreicht werden. Um langfristig abzunehmen, sollte man nicht allein auf Fettanteile, Kohlenhydrate oder Proteine starren. Viel wichtiger sei es, sich an kulturellen und persönlichen Vorlieben und der individuellen Gesundheitsverfassung des jeweiligen Patienten zu orientieren, um die Akzeptanz der Diät über einen längeren Zeitraum zu erhalten. Außerdem sollten die dauerhaften Gesundheitseffekte insbesondere für Herz und Kreislauf berücksichtig werden.

02.11.2015/ Quelle: The Lancet Diabetes & Endocrinology

 

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