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Gesättigte Fettsäuren: Nicht das Hauptproblem

Diese Information bekommt man gar nicht selten: Gesättigte Fettsäuren soll man selten essen, denn sie treiben den Cholesterinspiegel in die Höhe. Diese Fette findet man hauptsächlich in Butter, Käse, Sahne, Schmalz, Fleisch und Wurst, Eiern, Nüssen und Schokolade. Doch sind gesättigte Fettsäuren wirklich das wichtigste Problem, wenn es um Herz-Kreislauf-Probleme geht? Die Antwort lautet Nein.

Aseem Malhotra ist Kardiologe am Croydon University Hospital in London. Er räumt mit dem Mythos auf, dass das Reduzieren von gesättigten Fettsäuren das Herzrisiko senkt. Im Gegenteil: Studie hätten gezeigt, dass der Verzicht diese Risiken sogar erhöht hätten. Die Verdammnis der ungesättigten Fettsäuren habe zu einer Übermedikation von Statinen (cholesterinsenkende Medikamente) geführt und man habe dabei die wahre Gefahr aus den Augen verloren: die gesundheitsschädigend veränderten Fettwerte im Blut (Dyslipidämie).

Die oft ausgesprochene Anweisung an Patienten, die Aufnahme gesättigter Fettsäuren auf 10% des gesamten Fettverzehrs zu senken, beruht auf der Annahme, dass es einen Zusammenhang zwischen einem Herzinfarkt und den durch gesättigte Fettsäuren verzehrten Kalorien besteht. Tatsächlich schützen gesättigte Fettsäuren, betont Malhotra.

Jüngste Studie haben sogar ergeben, dass ein fettreduzierte Diät dazu führt, dass sich die Fettverteilung im Körper unvorteilhaft verändert. Und die Insulinresistenz, eine Vorstufe zur Diabetes, erhöht sich.

Malhotra weißt auch darauf hin, dass obwohl der Fettverbrauch in vergangenen 30 Jahren gesunken ist, die Zahlen der Übergewichtigen und Fettleibigen weiterhin extrem steigt. Und die Verschreibung von immer mehr Statinen habe den Trend der Herzerkrankungen nicht aufgehalten. Ärzte bekräftigen, dass die Annahme, dass erhöhte Cholesterinwerte den entscheidenden Einfluss auf Herzinfarkte habe, schlichtweg ein großer Fehler ist.

Anstatt dessen sollten sich die Menschen eine mediterrane Ernährung verfolgen, die sich als dreimal wirksamer als Statine erwiesen habe, um die Sterblichkeit an Herzinfarkt zu reduzieren. Außerdem müsse man sich vor Industriezucker hüten, der vor allem in Fertig-Lebensmitteln eingesetzt werde.

Berliner Ärzteblatt 21.10.2013/ Quelle: BMJ 2013

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