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Diabetes-Medikamente: Hilfe beim Abnehmen - aber nur unter bestimmten Voraussetzungen

Vermindern bestimmte Diabetes-Medikamente das Hungergefühl? Führen sie deshalb zu Gewichtsverlust? Offensichtlich haben so genannte GLP-1-Analoga tatsächlich einen gewichtssenkenden Effekt. Aber, und das zeigt eine neue Studie, nicht bei allen Patienten.

GLP-1-Analoga heißen so, weil sie die Wirkung des menschlichen GLP-1-Hormons aus dem menschlichen Darm nachahmen. Sie werden zwar chemisch hergestellt, wirken aber wie ihre natürlichen Vorbilder. Die GLP-1-Hormone stiegern die Ausschüttung von Insulin und verbessert so die Verstoffwechselung  von Zucker. Diabetiker bekommen diese Wirkstoffe vor allem dann, wenn andere Therapien den Blutzucker nicht ausreichend senken.

Die relativ neuen Mittel werden ein oder zwei Mal, je nach Medikament (Liraglutid oder Exenatide), unter die Haut gespritzt. In Studien wurde beobachtet, dass die GLP-1-Analoga die Magenentleerung verzögern und deshalb zu einen früheren Sättigungsgefühl führen können. Hinzu kommt, dass die Analoga den Appetit dämpfen. Unterm Strich macht das Gewichtsverlust aus.

Doch Wissenschaftler haben jetzt heraus gefunden, warum das nicht bei jedem funktioniert. Es kommt darauf an, auf welche Gehirnreale die GLP-1-Analogons wirken. Um das heraus zu finden, erhielten Patienten die Infusion eines bestimmten GLP-1-Analogon (Exenatide). Danach durften sie sich Essensbilder anschauen, während eine Magnetresonanztomografie ihre Gehirnaktivität protokollierte. Und schließlich folgte der Gang ans reale Buffet, wo jeder so viel essen durfte, bis er sich satt fühlte. Die dabei vertilgte Kalorienmenge wurde erfasst. Im Laufe des gesamten Tages wurden die Studienteilnehmer immer wieder gefragt, wie hungrig sie sich fühlten. 



Bei der einen Hälfte sorgte die Medikamentengabe für ein verringertes Hungergefühl. Diese Patienten hatten rund 24% weniger Kalorien als diejenigen vertilgt, die das Mittel nicht erhalten hatten. Bei der anderen Hälfte der Teilnehmer führte Exenatide zu keiner reduzierten Kalorienaufnahme. Und warum diese Unteschiede? Bei Patienten, die weniger Kalorien verzehrt hatten, war eine deutlich höhere Gehirnaktivität festgestellt worden. Der Hypothalamus interagierte weit ausgiebiger mit anderen Gehirnarealen, was auf eine größere Vernetzung (Konnektivität) schließen lässt. Der Hypothalamus wird als das Kellergeschoss des Zwischenhirns bezeichnet und ist zuständig für die Kontrolle von so wichtigen Funktionen wie Fortpflanzung, Ernährung, Temperaturregulation und Zeitmessung.



Damit wissen die Ärzte jetzt, dass bestimmte Überwichtige auf diese Art behandelt werden können. Was sie aber nicht wissen ist, warum Exenatide bei einigen Menschen die Gehirnaktivität beeinflusst und bei anderen nicht. Das heraus zu finden, ist aber die Voraussetzung dafür, um mit GLP-1-Analoga das  Gewicht reduzieren zu können. Erforscht werden soll es - und zwar bald.

Berliner Ärzteblatt 02.05.2013/ Quelle: Diabetes Care, 2013
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