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Wer abnehmen will, sollte "raffinierte Kohlenhydrate" vermeiden  (Foto: Benjamin Thorn / pixelio.de)
Wer abnehmen will, sollte "raffinierte Kohlenhydrate" vermeiden (Foto: Benjamin Thorn / pixelio.de)
Leichter abnehmen: Lebensmittel mit hohem glykämischem Index vermeiden

Sie sind schon raffiniert - die Inhaltsstoffe mancher Lebensmittel. Denn sie enthalten Kohlenhydrate, die Suchtzentren im Gehirn aktivieren. Enthaltend sind derartige Kohlenhydrate in Lebensmitteln mit einem hohen glykämischem Index. Was eigentlich hinterhältig ist, hat aber auch sein Gutes: Wer abnehmen will, muss diese Kohlenhydrate bzw. Lebensmittel "nur" vermeiden.

Dr. Belinda Lennerz von der Sektion Pädiatrische Endokrinologie und Diabetologie der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universität Ulm, hat sich gefragt, warum es vielen Menschen nicht gelingt, die Kalorienaufnahme einzuschränken: Warum isst man eine zweite Tafel Schokolade am Tag, warum greift man zu der nächsten Tüte Chips, warum gönnt man sich einen weiteren Löffel mit Nuss-Nougat-Creme? Und das, obwohl die meisten - auch die mit Übergewicht - wissen, dass er sich damit gesundheitlich gesehen überhaupt keinen Gefallen tun?

Lenkers hat in der Studie eine Antwort auf diese Fragen gefunden, die es uns allen leichter machen könnte, in Zukunft ein paar überflüssige Kilos zu verlieren. Sie hat so genannte raffinierte Kohlenhydrate entdeckt. Diese Kohlenhydrate habe die hinterlistige, gemeine und auch gesundheitsschädliche Eigenschaft, Suchtzentren im Gehirn zu aktivieren.

Festgestellt hat sie das, als sie zwölf ansonsten gesunden, aber übergewichtigen Männern Milchshakes entweder mit einem hohem glykämischem Index oder einem niedrigem glykämischem Index zu trinken gegeben hat. Mit dem glykämischen Index wird die Wirkung eines kohlenhydrathaltigen Lebensmittels auf den Blutzuckerspiegel bestimmt. Lennerz erkärt: „Weißmehl, Zucker und Süßgetränke führen beispielsweise zu einem hohen Blutzuckeranstieg und haben somit einen hohen glykämischen Index. Allerdings fällt der Blutzucker im Anschluss auch rasch wieder ab, was zu verstärktem Hunger führt. Nach dem Verzehr von Gemüse und Hülsenfrüchten steigt der Blutzucker hingegen kaum, diese Lebensmittel haben einen niedrigen glykämischen Index.“



Vier Stunden nach dem Trinken der jeweiligen Milchshakes wurden die Gehirnaktivität und der Blutzuckerspiegel der Männer gemessen. Männer, die den Milchshake mit dem hohem glykämischem Index zu sich genommen hatten, verzeichneten einen raschen Blutzuckeranstieg und -abfall bis in die Unterzuckerung. Außerdem fand im Vergleich zu den Shakes mit einem niedrigen glykämischen Index eine starke Aktivierung im Nucleus Accumbens statt. Das ist eine Hirnregion des so genannten mesolimbischen Systems – dem „Belohnungssystem“ – das auch eine zentrale Rolle bei Suchtverhalten spielt.



Die Milchshakes hatten einen identischen Kalorien-, Fett-, Eiweiß- und Kohlenhydrat-Gehalt und "geschmacklich gab es keinen Unterschied“, versichert Lennerz. Die Erkenntnis, die sie aus den Ergebnissen zieht, ist so einfach wie einleuchtend: „Raffinierte Kohlenhydrate aktivieren Suchtzentren im Gehirn. Vermeidet man Lebensmittel mit hohem glykämischem Index, bleiben auch suchtartige Heißhungerattacken weitgehend aus. So lässt sich eine Gewichtsreduktion leichter und auch dauerhafter realisieren.“

Berliner Ärzteblatt 10.07.2013/ Quelle: Universitätsklinik Ulm
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