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Mediterrane Ernährung hilft den grauen Zellen - zumindest ein wenig

Inwieweit eine gesunde Ernährung bestimmte Krankheiten verhindern oder verbessern kann, darüber gibt es viele - aber auch durchaus unterschiedliche - Ansichten. Eine sogenannte mediterrane Diät kommt aber offensichtlich vor allem Herz und Kreislauf zu Gute. Auch dem Gehirn soll die Mittelmeerküche helfen. Einige Untersuchungen wollen belegen, dass Olivenöl, Wein, frisches Gemüse und Früchte das Risiko an Morbus Alzheimer senken kann. Eine Studie sagt jetzt, dass dass eine mediterrane Ernährung zwar nicht direkt aber indirekt auch bei der Huntington-Krankheit helfen kann.

Bei Morbus Alzheimer verschlechtert sich die geistige Leistungsfähigkeit weil Ablagerungen das Gehirn langsam aber sicher lahm legen. Eine Studie an der Columbia Universität in New York hat im Jahr 2007 ermittelt, dass Menschen, die Nahrungselemente mit vielen Vitaminen und hoher antioxidativer Wirkung verzehren, vor der Gefahr des Entstehens von Alzheimer besser geschützt waren. Wer die Bestandteile einer mediterranen Ernährung besonders stark berücksichtigte, war um bis zu 68% weniger gefährdet, diese Form der Demenz erleiden zu müssen.

Diese Ernährungsprinzip soll einer neuen Studie zur Folge auch bei der Huntington-Krankheit (Chorea Huntington, Morbus Huntington) funktionieren. Das ist eine seltene, vererbbare, fortschreitende Erkrankung, die sich durch unwillkürliche und unkontrollierbare Zuckungen von Muskeln (z.B. Mundverzerrungen, ruckartiges Kopfdrehen, zuckende Finger, Zehen oder Füße) offenbart. Es kommt zum um sich greifenden Absterben von Gehirnzellen. Meist sind Kranke in späten Phasen an das Bett gebunden, viele sterben in Folge von Infektionen.

Erfasst wurde bei 211 Patientenim Alter zwischen 26 und 57 Jahren, bei denen Anlagen für die Erkrankung diagnostiziert worden war, deren Ernährungsgewohnheiten. Nach einer Beobachtungszeit von 33 Monaten stellte sich heraus, dass sich bei 31 Personen die Krankheit manifestiert hatte. Die mediterrane Ernährung hatte darauf keinen Einfluss - jedenfalls nicht direkt.

Es zeigte sich aber, dass diejenigen, die einen hohen Anteil von Milchprodukten bei ihrer Ernährung hatten, eher unter denen zu finden waren, die vom Auftreten der Krankheit betroffen waren. Ebenso waren eher Menschen betroffen, die eine hohe Kalorienzahl zu sich genommen hatten. Das waren diejenigen, die sich wenig oder gar nicht an eine mediterrane Ernährungsweise gehalten hatten. Generell gilt nämlich die Mittelmeerküche als kalorienärmer als andere Ernährungsweisen.

Berliner Ärzteblatt 06.09.2013/ Quelle: JAMA Neurol. 2013

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