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Wann und wie häufig man isst, wirkt sich auf den Gesundheitszustand und das Entstehen von Krankheiten aus (Foto: adel/ www.pixelio.de)
Wann und wie häufig man isst, wirkt sich auf den Gesundheitszustand und das Entstehen von Krankheiten aus (Foto: adel/ www.pixelio.de)
Essenshäufigkeit und -zeiten beeinflussen die Gesundheit

In wie weit sich die Ernährung auf die Gesundheit und das Entstehen von Krankheiten auswirkt, wird intensiv erforscht. Dabei suchen die Wissenschaftler vor allem nach den Komponenten in unseren Lebensmitteln, die für medizinische Probleme wie Übergewicht, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Alzheimer verantwortlich sein könnten. Jetzt haben US-amerikanische Wissenschaftler eine Studie veröffentlicht, die die Bedeutung der Essensfrequenz und der Anpassung des Essens an den 24-Stunden-Rhythmus (zirkadianer Rhythmus) hervor hebt.

Für die Ernährungsexperten verschiedener US-Universitäten ist es eigentlich ganz einfach: Unsere derzeitig vorherrschenden Essensgewohnheiten sind anormal. Dreimal täglich zu essen, widerspreche unserem täglichen Lebensrhythmus. Und weil wir im Grunde gegen unsere Natur essen, könnten wir die Nahrung nicht mehr effizient verstoffwechseln. Das aber führe zu all den Erkrankungen, die viele deshalb auch Zivilisationskrankheiten nennen.

Was setzen diese Experten nun dagegen? Laut der Studien soll eine sogenannte intermittierende Ernährungsweise die Gesundheit verbessern und das Voranschreiten von Erkrankungen aufhalten. Unter intermittierend - was so viel wie mit Unterbrechungen, in Intervallen, periodisch oder in Abständen bedeutet -  ernähren, verstehen die Wissenschaftler Perioden von 16 Stunden, in denen die Energiezufuhr stark beschränkt wird. In diesen Zeiten sind weder kalorienhaltige Speisen noch Getränke erlaubt. In den restlichen Stunden kann man ganz normale Mahlzeiten zu sich nehmen. Eine andere Variante ist die 5:2-Diät, bei der an fünf Tagen in der Woche normal gegessen und an zwei Tagen die Kalorienmengen auf 500 bis 600 Kalorien/Tag reduziert wird.

Bekannt ist vor allem die erste Methode bei Bodybuildern. Die bauen um die Fastenphasen und Essensfenster ihr Krafttraining auf, das zum Muskelaufbau allerdings immer mit Proteinen und/oder Aminosäuren (BCAA - Branched Chain Amino Acids) unterstützt wird.

Ob intermittierende Ernährungsweise nun der Weisheit letzter Schluss ist, bleibt fraglich. Bisherige Studien geben auch keine einheitliche Antwort auf die Frage der richtigen Ernährungsweise: Bei den einen führen häufige kleinere Mahlzeiten (ca. 6 am Tag) zum Erfolg, bei anderen sind es 2-3 Hauptmahlzeiten und zwischendurch gesunde Snacks und wiederum andere halten sich an die bewährte Weisheit von drei Mahlzeiten täglich - morgens wie ein König, mittags wie ein Edelmann und abends wie ein Bettler. Vielleicht ist es ja auch ganz einfach: Weil wir Menschen so unterschiedlich sind, gibt es die EINE Lösung gar nicht, sondern jeder muss für sich selbst die beste Variante herausfinden.

Anmerkung: Dass in der Studie die intermittierende Ernährungsweise so gut weg kommt und propagiert wird, hat einen etwas faden Beigeschmack. Einer der Studienautoren ist nämlich Dr. Michael Mosley. Und der ist seines Zeichens Autor des Buches "The Fast Diät", in dem genau diese Diät empfohlen wird.

Berliner Ärzteblatt 26.11.2014/ Quelle: PNAS

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