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Mediterrane Ernährung: Auf ein längeres Leben

Wer sich mediterran ernährt, hat größere Chancen auf ein längeres Leben. Je mehr man sich an diese Ernährungsweise hält, desto höher wird im übrigen die Chance.

Mediterranes Essen besteht aus einem hohen Anteil an frischen Früchten und Gemüse, Nüsse, Hülsenfrüchten, Produkten aus Vollkorn,  Olivenöl und Fisch. Dagegen ist der Anteil von Milchprodukten, Fleisch, Geflügel an der täglichen Ernährung gering. Alkohol - insbesondere Wein - in mäßigen Mengen darf getrunken werden.

Wie sich das auf die Lebensdauer auswirken kann, wurde bei 4676 Frauen im Alter von 42 bis 70 Jahren untersucht. Dabei wurde nicht das tatsächlich erreichte Alter der Frauen ermittelt, sondern ein Indikator für die Lebensdauer ermittelt: die Länge der Telomere. Telomere sind die Enden unserer Erbgutfäden, den Chromosomen. "Sie dienen als Schutzkappe, denn sie werden bei jeder Zellteilung ein Stückchen kürzer." So hat Elizabeth Blackburn von der Universität von Kalifornien, eine der Entdeckerinnen der Telomere und Nobelpreisträgerin des Jahres 2009 das Geheimnis und die Faszination von Telomeren in einem Interview einmal erklärt.

Das bedeutet, dass es zwischen der Länge der Telomere und dem Altern einen Zusammenhang gibt. Vereinfacht gesagt: Je länger die Telomere sind, desto häufiger können sie sich noch teilen und desto länger dürfte die verbleibende Lebenszeit noch sein. Um einen Eindruck zu geben: Bei einem Neugeborenen können sich die Zellen etwa 80 bis 90 mal teilen. Bei einem 70 Jahre alten Menschen sind es noch 20 bis 30 mal.

Bei den Frauen wurde nun wie intensiv sie sich mediterran ernährten. Dazu gab es eine Punktwertung von elf Lebensmitteln, die eine mediterrane Diät auszeichnen. Je nach Häufigkeit des Verzehrs wurden dafür zwischen 0 und 10 Punkten vergeben. Die Frauen, die in der Gruppe mit den höchsten Punktzahlen landeten, verfügten auch über die längsten Telomere. Dagegen waren die bei den Frauen mit den niedrigsten Punktzahlen die Telomere am kürzesten.

Auf die Lebensdauer bezogen, macht ein Punkt mehr in der Ernährungsskala eine Verlängerung des Lebens von 1,5 Jahren aus. Wenn man also in der Skala bei 1 steht und sich auf 4 verbessert, dann lebt man 4,5 Jahre länger. Dazu gibt es vergleichbare Werte: Nichtraucher leben im Vergleich zu Rauchern um 4,6 Jahre länger, aktive Menschen im Vergleich zu kaum aktiven um 4,4 Jahre und Frauen mit wenig Angstattacken im Vergleich zu denen mit vielen um 6 Jahre länger.

Allerdings: Ob es allein die mediterrane Ernährung ist, die das Leben verlängert, ist damit nicht restlos begründet. Denn bei den Studien zeigt sich, dass die Frauen, die sich so ernährten in der Regel etwas weniger Körpergewicht hatten, rauchten weniger und bewegten sich mehr. Alles das sind Einflußgrößen auf die Gesundheit und letztlich auch auf die Lebensdauer.

Berliner Ärzteblatt 03.12.2014/ Quelle: BMJ

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