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Fleisch - insbesonderes verarbeitetes wie Wurst - scheint die Gefahr für Diabetes zu erhöhen
Fleisch - insbesonderes verarbeitetes wie Wurst - scheint die Gefahr für Diabetes zu erhöhen
Viel Fleisch zu essen, erhöht Risiko für Diabetes

Viel rotes Fleisch, das heißt Rind-, Schweine- oder Lammfleisch, zu essen, ist nicht gerade gesundheitsfördernd. Viele Studien künden davon, dass sich insbesondere das Risiko für Typ-2-Diabetes erhöht. Doch ganz so einfach scheint die ganze Angelegenheit nicht zu sein. Zwei Studien bringen jetzt etwas mehr Licht ins Dunkel.

Fleisch - vor allem rotes und verarbeitetes - in größeren Mengen sorgt für das Entstehen von Typ-2-Diabetes. Diese Botschaft verbreitet auch das Deutsche Institut für Ernährungsforschung (DIfE). DIfE-Wissenschaftler analysierten Blutproben von 2.681 Potsdamer Frauen und Männern. Von diesen erkrankten 688 im Verlauf der Studie an einem Typ-2-Diabetes.

Die Ursachen für diese Risikobeziehung sind jedoch noch nicht geklärt. Ein Forscherteam um Clemens Wittenbecher und Matthias Schulze vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) hat nun Biomarker* im Blut von Studienteilnehmern identifiziert, die erste Hinweise auf die Stoffwechselmechanismen geben, die der Risikobeziehung zugrunde liegen könnten und somit für einen kausalen Zusammenhang sprechen.

Anhand von 127 Biomarkern (das sind Messwerte für im Körper stattfindende Prozesse), von denen 21 die Reaktion auf Fleischverzehr anzeigen, kristallisierten sich 6 heraus, die auch eine Beziehung zu dem Entstehen von Diabetes haben. So deutet ein hoher Ferritinwert darauf hin, das viel Eisen aufgenommen wurde, was zu Zellschädigungen führen kann.  Niedrige Glyzinwerte (Glyzin ist Teil der körpereigenen Zellschutzsysteme) lassen darauf schließen, dass sich der Körper schlechter gegen Entzündungen wehren kann. Entzündungsreaktionen können aber zur Typ-2-Diabetes-Entstehung beitragen. Und Lipidwerte zeigen einen gestörten Fettstoffwechsel der Leber an.

Allerdings: Erst der tägliche Verzehr von 150 Gramm rotem Fleisch bedeutete ein um ca. 80 Prozent erhöhtes Diabetes-Erkrankungsrisiko. Eine ähnliche Risikoerhöhung beobachteten die Wissenschaftler auch in Verbindung mit dem Rauchen von mehr als 20 Zigaretten pro Tag, mit einer Zunahme des Taillenumfangs um 7,6 cm oder in Zusammenhang mit einer erblichen Vorbelastung durch Mutter oder Vater.

Wirklich wichtig ist in diesem Zusammenhang die Erkenntnis, "dass nicht eine einzelne Substanz, die im roten Fleisch enthalten ist, in Zusammenhang mit dem Diabetesrisiko steht, sondern dass der gewohnheitsmäßig hohe Verzehr von rotem Fleisch den Stoffwechsel über verschiedene Wege in einer Weise beeinflusst, die langfristig die Entstehung eines Typ-2-Diabetes begünstigt“ (Studienleiter Matthias Schulze).

Wie differenziert die gesamte Lage aber zu betrachten ist, macht eine weitere Studie an der Universität von Süd-Australien. Dort hat man verglichen, wie sich der Verzehr von rotem und verarbeiteten Fleisch und von Milchprodukten auf das Diabetesrisiko auswirkt. Dabei stellte sich nun heraus, dass eine Ernährung mit vielen Milchprodukten das Nüchterninsulin stärker erhöhte als eine Ernährung mit rotem Fleisch.

Das traf aber nicht für Frauen zu. Denn bei denen war der HOMA-IR-Wert (Nachweis für eine Insulinresistenz, eine Vorstufe zum Diabetes) nach dem Verzehr von Milchprodukten um 33% erhöht, nach dem Konsum von Fleisch aber um 71%. Zu den Ergebnissen muss man bemerken, dass hier übergewichtige Frauen und Männer untersucht wurden.

Anmerkung: Auch diese Untersuchungen belegen wieder einmal, dass die Ergebnisse von Studien nicht immer zur vollständigen Aufklärung beitragen. Wenn man allerdings auch neuere Untersuchungen berücksichtigt, dann bestätigen sich altbekannte Wahrheiten: 1. Zu viel ist nicht gut - also sollte man auch nicht übermäßig  Fleisch konsumieren. 2. Unverarbeitetes Fleisch ist in Vergleich zu verarbeitetem Fleisch (z.B. Wurst, Schinken, Speck) viel weniger gefährlich. 3. Neben der Ernährung gibt es eben auch noch ein paar andere Einflußgrößen (z.B. Körpergewicht, Bewegung, Vererbung), die das Risiko für Diabetes erhöhen können.

03.06.2015/ Quelle: American Journal of Clinical Nutrition

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